Großer Bahnhof im Feuerwehrhaus: Nach fast 25 Jahren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatzes verabschiedet sich Kurt Haubner aus der vordersten Reihe der Ortsteilpolitik. Bei der emotionalen Amtsübergabe an Nachfolger Stefan Weyerich stand das beeindruckende Lebenswerk des scheidenden Ortssprechers im Mittelpunkt.
Mühlhausen-Bachhausen. Wenn ein Bürger nach fast einem Vierteljahrhundert engagiertem Ehrenamt den Stab weiterreicht, dann ist das weit mehr als ein rein formaler Akt – es ist das Ende einer Ära. Wie tief Kurt Haubner in den vergangenen 24 Jahren in Bachhausen und Körnersdorf verwurzelt war, zeigte sich eindrucksvoll im Bachhausener Feuerwehrhaus. Sage und schreibe 43 Bürgerinnen und Bürger waren zusammengekommen, um Haubner die Ehre zu erweisen. Auch die Rathausspitze zeigte mit Bürgermeister Dr. Martin Hundsdorfer, dessen Stellvertreter Manfred Fuchs sowie den Geschäftsleitern Stefan Wexler und Michael Gruhle deutliche Präsenz, um Danke für diesen jahrzehntelangen, unentgeltlichen Einsatz zu sagen.
Ein Macher mit diplomatischem Geschick und großem Herz
In einer emotionalen Laudatio zeichnete Bürgermeister Hundsdorfer das Bild eines Mannes, dessen Wirken weit über die klassischen, formalen Aufgaben eines Ortssprechers hinausging. Haubner war und ist ein Kümmerer im besten Sinne, der sich neben den dörflichen Belangen immer auch mit viel Herzblut der Kirche widmete. Ob bei der Sanierung des Pfarr- und Gemeindehauses oder der wegweisenden Einrichtung der Landlpfarrei – Haubner packte überall dort tatkräftig mit an, wo seine Heimat ihn brauchte.
Der Rathauschef erinnerte an die großen, teils zähen Herausforderungen, die Haubner im Sinne der Bürger meisterte. So war er der entscheidende Fels in der Brandung, als es galt, eine im Ort geplante Asphaltanlage erfolgreich zu verhindern. Auch das lokale, oft nervenaufreibende Dauerproblem mit den Bibern in Bachhausen ging Haubner mit der ihm eigenen Ruhe an – ein Dauereinsatz, der ihm im Ort über die Jahre hinweg sogar den augenzwinkernden und liebevollen Spitznamen „Biber-Kurt“ einbrachte. „Ob bei schwierigen Verhandlungen oder der Neugestaltung des Spielplatzes, die zur Zufriedenheit aller gelöst wurde: Du hast immer mit viel Augenmaß, zukunftsorientiert und in hervorragender Abstimmung mit der Verwaltung gehandelt“, würdigte Hundsdorfer den scheidenden Ortssprecher unter dem langanhaltenden Applaus der Dorfgemeinschaft.
Sinnbildlich für Haubners unermüdliches Engagement steht das heutige Feuerwehrhaus. Was einst als dringlicher Wunsch der Altgemeinde begann, wurde durch Haubners unzählige ehrenamtliche Stunden Realität. Dass das Gebäude heute nicht nur funktioneller Stützpunkt, sondern auch der lebendige gesellige Mittelpunkt des Dorflebens und der jährlichen Kirchweih ist, bleibt fest mit seinem Namen verbunden.
Die Stabübergabe
Nachdem das Vierteljahrhundert im Dienst der Gemeinde gebührend gewürdigt worden war, wurde am Rande der Versammlung auch die Nachfolge geregelt. In geheimer Wahl setzten die Bürger auf Kontinuität und Frische im Ort: Der 43-jährige selbstständige Schreinermeister Stefan Weyerich wurde mit deutlicher Mehrheit zum neuen Ortssprecher gewählt.
Weyerich, verheirateter Vater von zwei Kindern, dankte für das Vertrauen und machte deutlich, dass er das schwere Erbe mit großem Respekt antritt. Die Fußstapfen sind nach 24 Jahren Kurt Haubner zweifellos groß, doch das Ziel des neuen Mannes steht fest: Er möchte der Altgemeinde Bachhausen mit demselben ehrenamtlichen Pflichtbewusstsein und Fokus auf das Wohl der Bürger dienen, wie es sein Vorgänger über zwei Jahrzehnte lang vorgelebt hat.
