Höchstadt. Einen Schulmorgen der ganz besonderen Art erlebten die 22 Kinder der Klasse 4a der Anton-Wölker-Grundschule am Montag, 20. Juli 2026. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Nina Vesper tauschten sie das Klassenzimmer gegen die freie Natur und machten sich zu Fuß auf den Weg nach Etzelskirchen. Das Ziel: die Birkach und das spannende Abenteuerprojekt „Fischer machen Schule“.
Vor Ort wurden die Nachwuchsforscher bereits von Fischwirtschaftsmeister Christian Forster erwartet, der extra von der Fischereifachberatung des Bezirks Mittelfranken aus Nürnberg nach Höchstadt anreiste. Im Gepäck hatte er alles, was das Forscherherz begehrt: Siebe, Becherlupen, Quizbögen und eine geheimnisvolle hölzerne Schatzkiste.
Auf der Jagd nach den „Fischnährtieren“
Mit Keschern bewaffnet ging es für die Grundschüler direkt ans Wasser. Ihre Mission: Die Suche nach sogenannten Fischnährtieren. Unter fachkundiger Anleitung lernten die Kinder, dass man die winzigen Bachbewohner ganz kurz aus dem Wasser nehmen darf, um sie genau zu studieren. Da wurde eifrig gezählt und durch die Lupe geschaut: Hat das Tier zwei oder drei Schwanzfäden?
Der Fleiß wurde belohnt. Neben flinken Wasserwanzen gingen den Kindern Libellenlarven, Gelbrandkäferlarven und Köcherfliegenlarven ins Netz. Besonders fasziniert waren die Schüler von den Larven der Eintagsfliege. Diese verbringen viele Monate im schützenden Nass, um nach dem Schlüpfen nur einen einzigen Tag über der Wasseroberfläche zu tanzen.
Das große Highlight: Zu Gast bei Familie Edelkrebs
Das absolute Highlight des Vormittags wartete jedoch in Form von lebenden, heimischen Flusskrebsen auf die Klasse. Christian Forster hatte die imposanten Edelkrebse mitgebracht und brachte die Kinder zum Staunen. Wie wachsen Krebse eigentlich? Warum ist manchmal eine Schere kleiner als die andere? Und wie viele Beine hat so ein Krebs überhaupt? Geduldig beantwortete der Experte alle Fragen und lüftete die Geheimnisse der gepanzerten Ritter.
Nach so viel Action an der frischen Luft durfte eine stärkende Brotzeit natürlich nicht fehlen. Zum Abschluss bewiesen die Schüler bei einem Quiz ihr neu gewonnenes Wissen, wofür es eine kleine Belohnung aus der Schatzkiste gab. Viel zu schnell verging die Zeit, bis der Rückmarsch zur Schule angetreten werden musste – im Gepäck jede Menge tolle Erinnerungen und eine große Portion neues Fachwissen.
Ein starkes Netzwerk für die Jugend
Damit so ein Projekttag gelingt, müssen im Hintergrund viele Rädchen ineinandergreifen. Koordiniert wurde die Aktion von der Biotop- und Artenschutzgruppe des Fischereivereins Höchstadt e.V., vertreten durch Konrad Dürrbeck, der Vorständin Eva Nowotschin und Sprecherin der Biotopgruppe Anette Amtmann. Dank gilt auch Robert Ruhmann vom FV Gremsdorf als Inhaber der Fischrechte, sowie dem Besitzer der Wiese, die ihre Erlaubnis für dieses Abenteuer vor der heimischen Haustür erteilten.
