So nennen die Breitenbrunner ihren Ortsmittelpunkt. Schon seit erdenklichen Zeiten war hier ein Brunnen, der von einer Quelle gespeist wurde. „In der Zeit der Wildensteiner im 16. Jhd. mag der Marktbrunnen so ausgesehen haben, wie er auf dem damals entstandenen Marktwappen abgebildet ist. Das Wappen wird folgendermaßen beschrieben: In Rot ein goldener Röhrenbrunnen, aus dem das Wasser in einen viereckigen Trog fließt, dessen Langseite mit drei silbernen Sternen nebeneinander geziert ist. Schon ein um 1500 gefertigtes Siegel des Markts Braitenbrun hat
den Schild mit dem Brunnen. Die auf den Siegeln nicht erkennbaren Sterne befinden sich auf einer Zeichnung in F.J.Lipowskys halbamtlicher Matrikel der Städte und Märktewappen im Königreich Bayern 1832.“ (Deutsche Ortswappen Bayern). Die Farben Rot und Gold dürften von den Wildensteinern übernommen worden sein, die silbernen Sterne im blauen Feld des Brunnentroges gehen wohl auf das Blau-Silber der Herren von Laaber zurück. Die Figur der heiligen Barbara entstand im späten 15. Jahrhundert, sie ist aus Stein, und befand sich wahrscheinlich in einer Figurennische im früheren Rathaus, das im späten 15. Jahrhundert erbaut wurde. Dieses existierte bis um 1880. Es ist zu vermuten, dass es sich dabei um jene Barbarafigur handelte, die man nach dem Abbruch des alten Rathauses auf den Brunnen setzte, der seither „Bärbelbrunnen“ genannt wird.
Nach 1926 wurde das Brunnenhäuschen erhöht, so dass die „Bärbel“ danach unter Dach stand. In den 50er Jahren wurde der Marktplatz umgestaltet und der Brunnen erhielt ein neues Gesicht. Im Frühjahr 1986 versiegte der Marktbrunnen von Breitenbrunn. Die Quelle sprudelte nicht mehr. Die moderne Zeit hatte ihr im wahrsten Sinne des Wortes „das Wasser abgegraben“. Durch die Kanalisierung des Marktes war der Grundwasserspiegel so weit abgesunken, dass es für den Brunnen nicht mehr reichte. Damit aus dem Brunnen in der warmen Jahreszeit trotzdem Wasser fließen kann, hat man ihn an die Quelle unterhalb des „Hauses des Gastes“ angeschlossen. Diese Quelle kann man sogar besichtigen. Im Boden des „Leseraumes“ im Erdgeschoß ist eine Glasscheibe eingesetzt, durch die man hinuntersieht. Vom Eingang zur Bücherei hat man auch einen direkten Zugang.
Im Rahmen eines Künstlerwettbewerbes im Jahr 1998 erhielt der Brunnen ein modernes Aussehen. Im Rahmen der Umgestaltung des Marktplatzes wurde die Maßnahme 1999 umgesetzt und im Jahr 2000 fertiggestellt. Wie schrieb Alexander Rogl, der Sieger des Wettbewerbs: „Ich sollte also den Marktplatz von Breitenbrunn durch eine neue Brunnenanlage gestalten. Es war mir klar, dass ich hier die Gelegenheit hatte, die Identität eines Ortes mitzuprägen. Die Aufgabe war, für einen Jahrhunderte alten Brunnen, der noch dazu Wahrzeichen eines ganzen Ortes ist, eine neue Form zu finden.“ Über seine Gedanken zur Gestaltung führte er weiter aus: „Die verständlichste Sprache ist eine einfache. Der Brunnen besteht aus geometrischen Formen, die auf das Wichtige konzentriert sind.
Sockel und Wetterschutz der Barbara sind ein schlichter Kubus. Durch die matte Glasrückwand und die seitlichen Spiegel wird diffuses Licht auf die Figur geleitet.
Beim Herangehen an den Brunnen ergeben sich interessante Spiegelungen und Ansichten der Figur. Und die uralte Bärbel sieht wieder aus wie das, was sie ist: Stein.
Zwischendurch hat es ja eine farbige Fassung ein bisschen zu bunt mit ihr getrieben.
Jetzt ist sie wieder eine schlichte, ungeschminkte Schönheit.“
J. Lanzhammer,
1. Bürgermeister
