
Freibadbaustelle lockte Interessierte Ludwigsstadt. Der Ersatzneubau des Freibades in Ludwigsstadt springt jeden, der von Süden in die Stadt fährt, gleich ins Auge. Präsent gelegen an der Bundesstraße kann die Bevölkerung jeden Tag aufpassen, wie die Becken Formen annehmen und das Betriebsgebäude wächst. Zum Tag der Städtebauförderung nutzten rd. 70 Interessierte die Gelegenheit, einen Rundgang über die Freibad-Baustelle in Ludwigsstadt zu unternehmen und den Baufortschritt aus der Nähe zu bestaunen. Erster Bürgermeister Timo Ehrhardt ging eingangs auf die Chronologie der Fördermittelakquise und Projektplanung ein. 2018 wurde eine umfassende Machbarkeitsstudie erstellt, die verschiedene Möglichkeiten einer Sanierung und Modernisierung untersuchte. Die Stadt Ludwigsstadt bewarb sich bereits 2015 und 2017 um Fördermittel des Bundes – leider zunächst ohne Erfolg. Dennoch wurde das Projekt nie aufgegeben. Mit viel Beharrlichkeit, Überzeugungsarbeit und Unterstützung aus der Region wurde weiter für den Erhalt des Freibadstandortes gekämpft. Im Jahr 2020 kam schließlich der entscheidende Durchbruch: Im Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ erhielt die Stadt Ludwigsstadt eine Förderzusage in Höhe von 3 Millionen Euro. Damit war ein entscheidender Grundstein gelegt. Parallel dazu liefen die Planungen weiter. Gemeinsam mit Fachplanern, dem Stadtrat, dem Schwimmmeister sowie der DLRG wurden neue Konzepte entwickelt und an die aktuellen Anforderungen angepasst. Aus der ursprünglich geplanten Generalsanierung entwickelte sich schließlich ein moderner Ersatzneubau. Ein weiterer Meilenstein folgte im Juli 2024: Die Regierung von Oberfranken bewilligte aus dem Bayerischen Sonderprogramm Schwimmbadförderung weitere rund 3,95 Millionen Euro Fördermittel. Gemeinsam mit den Bundesmitteln und dem Eigenanteil der Stadt war damit die Finanzierung des Gesamtprojektes mit einem Volumen von über 8 Millionen Euro gesichert. Im September 2024 wurde die Entwurfsplanung öffentlich vorgestellt. Viele Bürgerinnen und Bürger brachten dabei ihre Ideen und Anregungen ein – auch das zeigt, welchen Stellenwert das Freibad für die Menschen vor Ort besitzt. Seitdem laufen die Arbeiten Schritt für Schritt: PCB-Sanierungen, Rückbau- und Rodungsarbeiten sowie die Vorbereitung der Baustelle wurden umgesetzt. Seit Frühjahr 2025 nimmt der Ersatzneubau nun sichtbar Gestalt an. Geschäftsleiter Frank Ziener gab einen Überblick zum Gesamtkonzept und leitete den Rundgang durchs Gelände. Die Arbeiten im Untergrund seien aufwändig gewesen und nahmen viel Zeit in Anspruch. Die Edelstahlbecken sind bereits nahezu fertiggestellt. „Aktuell laufen die Arbeiten zur Verlegung der Trinkwasserleitungen für die Duschen.“, informierte Ziener. Danach gehe es an die Gestaltung der Außenanlagen. Einen Eindruck vom Erscheinungsbild der künftigen Einrichtung konnten die Besucher mittels Beispielbildern auf Bauzaunbannern gewinnen. Plafog-Geschäftsführer Christian Lippmann erläuterte die Beckenplanung mit Schwimmer-, Springer-, Nichtschwimmer- und Kinderbecken. Rd. 700 m² Wasserfläche stehen den Badegästen künftig zur Verfügung. Eine Wellenbreitrutsche, eine 5 m hohe Kletterwand und eine 3 m Sprunganlage werden die Attraktionen werden. Architekt Wolfgang Rauschert ging auf die Besonderheiten des Betriebsgebäudes ein. Neben den Sanitäranlagen und der Technik ist darin auch ein Kiosk untergebracht, damit die Freibadpommes nicht fehlen. Das komplette Dach wird mit Solarkollektoren zur Beckenbeheizung belegt. Bürgermeister Timo Ehrhardt stellte abschließend heraus: „Mit diesem Projekt entsteht nicht nur ein neues Freibad – es entsteht ein wichtiger Ort für Lebensqualität, Freizeit, Sport und Gemeinschaft in unserer Stadt und für die gesamte Region.“ Die Stadt strebt weiterhin ein „Anbaden“ im August 2026 an. Der normale Badebetrieb wird dann zu Saisonstart 2027 aufgenommen.
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