Die Schwarzgurtträger im Iaido des Verbandes asiatischer Kampfkünste e.V. trafen sich unter Leitung von Thomas Moser, 6. Dan, und Rainer Marb, 4. Dan, am Wochenende in den Trainingshallen des Budokan Saal e.V. zu einem Basis-Lehrgang in der Kunst, das Schwert zu ziehen. In den etlichen Stunden vertieften sie im gemeinsamen Austausch die grundlegenden Seitei Kata des Shingitai-Iaido, wie sie ihnen vom Begründer Patrick Dimayuga hinterlassen worden sind. Den Leitprinzipien des Stils entsprechend wurden Fragen diskutiert und über eine gemeinsame Linie entschieden, ganz so wie es der Begründer zu seinen Lebzeiten formulierte, nämlich „im Geist der Offenheit“. Intensiv wurde nach und auch während der kleineren Pausen mit kalten und warmen Getränken und Brezn sowie selbst gemachtem Kuchen jede einzelne Form analysiert, um dann zu den Ashigaru No-Kata, dem sozusagen ersten weiterführenden Satz zu gelangen. Auch hier legte Thomas Moser zusammen mit Rainer Marb den Schwerpunkt auf die überlieferten Feinheiten der Techniken. Der Begründer trug den 8. Dan im Aikido und genau die fundamentalen Bewegungen dieser eleganten und fließenden Kampfkunst sollen sich auch in der Iaido-Variante des Shingitai wiederfinden. Neben dem körperlichen Aspekt (Tai) sind weitere wichtige Bestandteile natürlich die Technik (Gi) sowie der Geist, besser gesagt die Geisteshaltung (Shin). Und auch diese tritt nun in der ursprünglichen Ausführung der Formen offen zutage. Iaido schleift durch die Exaktheit der Techniken die Seele, so resümierten die sehr engagierten Teilnehmer des Lehrgangs nach den anstrengenden Stunden der Beschäftigung mit dem eigenen Schwert. Am Ende hielt Thomas Moser noch eine Überraschung bereit, nämlich die Anerkennung der Dan-Graduierungen seitens der Vorstandschaft des Verbandes für Rainer Marb (4. Dan), Angela Fürst (3. Dan) und Jens Klarenbach (2. Dan) im Shingitai, Matthias Dülp und Jens Scheffel hatten ihre letzte Prüfung bereits in diesem Stil abgelegt.
Was ist besonders am Shingitai? Es verzichtet auf den für Europäer und ältere Menschen schwierigen japanischen Sitz - es ist also ein Iaido für alle.
Iaido kann jeden Dienstagabend in den japanisch eingerichteten Räumen des Budokan Saal in Teugn trainiert werden, so kommt zum körperlichen Aspekt auch die mentale Dimension eines richtigen Dojo.
