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Humor, Politik und viel Gesang: Starkbierfest der Frauenunion begeistert Tann
Frauenunion Tann
02.03.2026, 19:08
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Mit viel Witz, musikalischem Schwung und zahlreichen Seitenhieben auf das Ortsgeschehen erwies sich das Starkbierfest der Frauenunion Tann als voller Erfolg. Im gut gefüllten Gasthaus Grainer sorgten „Hermann und Rubbi“ bereits zu Beginn für beste Stimmung, bevor der offizielle Teil des Abends seinen Lauf nahm.

FU-Ortsvorsitzende Michaela Hennersberger begrüßte gemeinsam mit stellvertr. Ortsvorsitzender und Gemeinderätin Regina Hofbauer die Ehrengäste, darunter Bürgermeister Wolfgang Schmid, seinen Stellvertreter Josef Ebenhofer mit Ehefrau sowie den stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Reut, Heinrich Hutterer, mit Gattin. Auch FU-Kreisvorsitzende Gudrun Schraml, Pfarrer Wolfgang Reincke, MdL Martin Wagle sowie Hans Hüttl als Vertreter der Brauerei Hofbräuhaus Traunstein waren der Einladung gefolgt.

Beim traditionellen Anzapfen bewies Michaela Hennersberger Durchhaltevermögen: Nach neun Schlägen – und kurzer tatkräftiger Unterstützung – floss das Starkbier schließlich in die Krüge.

Mit dem Defiliermarsch wurde Liedermacherin Edeltraud Rey in den Saal geleitet. Die Künstlerin, unter anderem bekannt durch ihre Mitwirkung bei den „Primatonnen“, stellte sich zunächst selbst vor – und stellte augenzwinkernd klar, dass sie ausschließlich „live und in echt“ zu erleben sei.

Anschließend nahm sie gekonnt die Lokalpolitik und das Vereinsleben ins Visier. Michaela Hennersberger musste sich etwa die Frage gefallen lassen, ob sie ihrem Ehemann politisch Konkurrenz machen wolle, da sie bei der anstehenden Marktgemeinderatswahl auf Listenplatz zwei – vor ihm – kandidiere.

Bürgermeister Schmid bekam sein angebliches Faible für Chips als „Nervennahrung“ serviert – was mit Diätplänen schwer vereinbar sei. Auch sein Dasein als eingefleischter Junggeselle wurde augenzwinkernd thematisiert. Wenn selbst „Schiachane“ unter die Haube kommen, müsse doch auch für ihn noch Hoffnung bestehen. Rey regte vorsorglich ein „Liebesbankerl“ auf der neu zu gestaltenden Grainerwiese an – inklusive musikalischer Untermalung im Stil von „O Tannenbaum“ und einem träumerischen „Bankerltraum“.

Pfarrer Reincke blieb ebenfalls nicht verschont. Die Länge mancher Gottesdienste, seine kulinarischen Vorlieben und seine strenge Fastendisziplin in der Fastenzeit wurden ebenso aufgegriffen wie sein „Spuizeug“ – das Glockenspiel im Kirchturm. Und wer sich über das Läuten beschwere, so Rey trocken, solle halt nicht neben eine Kirche ziehen – „de is schließlich scho länger do“.

Auch das politische Parkett wurde betreten: Gemeindeentwicklungskonzepte der Gemeinde Reut, Listenaufstellungen und Wahlkampf-Schachzüge bekamen ihre gereimte Begutachtung. Die Liedermacherin selbst erzählte schmunzelnd von einer Autopanne, die ihre Anreise beinahe verhindert hätte. MdL Martin Wagle hingegen wurde wegen der bekannten Bahnmisere aufgezogen – bei den aktuellen Zugverbindungen wäre mancher Fahrgast wohl erst Tage später in Tann angekommen.

Die Vereine mussten ebenfalls einiges einstecken. Die Laufgruppe wurde kurzerhand zur „Gehgruppe“ mit latentem Rollator-Potenzial erklärt. Den Fußballern empfahl Rey, weniger in Kabinen zu feiern und mehr im Schwimmbad zu schwimmen – das käme günstiger und vielleicht auch erfolgreicher. Feuerwehrkommandant Werner Rott wurde für seine Liebe zu Oldtimer-Fahrzeugen gewürdigt – und dafür, dass das „neue“ Feuerwehrauto im Kutschenmuseum untergebracht wurde, weil er einen Fable für Sauberkeit und Ordentlichkeit hat. Gleichzeitig fand Rey klare Worte: Wer Ehrenamtliche anpöbelt oder gar angreift, gehöre sprichwörtlich „in an Sack g’steckt“.

Auch zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus dem Gemeindeleben – vom „Club der Ungeküssten“ bis hin zu Gemeinderäten und Vereinsvertretern – bekamen ihr Fett weg. Doch alles geschah mit Charme, Augenzwinkern und einem spürbaren Maß an Wertschätzung.

Zum Schluss verabschiedete Michaela Hennersberger die Liedermacherin unter großem Applaus. „Hermann und Rubbi“ spielten weiter auf, bei „Drei weiße Tauben“ sang der Saal kräftig mit.

So bleibt das Starkbierfest der Frauenunion Tann als rundum gelungener Abend mit Humor, Geselligkeit und viel Musik in Erinnerung.


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