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Jahresrückblick 2026
Heimatverein Korschenbroich e.V.
06.02.2026, 18:34

„Fensterbriefumschläge, Puppen und das Erwachsenwerden“

20 Oktober 2026



Korschenbroich · Die Ausstellung „Wieso, weshalb, warum?“ vereint im Kulturbahnhof künstlerisch unterschiedliche Ansätze. Dabei dreht sich alles um das Thema Wahrnehmung.

Die Vertrautheit der gängigen Fragestellung „Wieso, weshalb, warum?“ lässt zuweilen die feinen Unterschiede in der Reihung überhören. Doch als Titel zur Ausstellung im Kulturbahnhof mit Arbeiten von Franziska Schretzmann, Gisela Schmachtenberg-Scherlitzki und Ulrike Wamprecht fordern die drei Adverbien zur Differenzierung auf.

Denn die Künstlerinnen entzünden kein Frage-Antwort-Spiel. Sie entfalten über künstlerisch jeweils unterschiedliche Positionen mit Buch- und Objektkunst, Zeichnung und Malerei eine subtile Auseinandersetzung mit Wahrnehmung. Zur musikalisch von Ute Gengenbacher bereicherten Eröffnungsfeier stellten sie sich nach der Begrüßung durch Museumsleiterin Hilla Baecker gegenseitig vor.

Das Erwachsenwerden

Unter vorwiegend kleinen Formaten sticht Schmachtenberg-Scherlitzkis blaues Objekt „Wachstum“ durch Farbe und Größe hervor. Im Gegensatz mutet die Arbeit aus geschichteten Polyesterflächen federleicht an. Die Reihung ausgeschnittener Silhouetten symbolisiert abhängig vom Blickwinkel die Entwicklung vom Säugling zum Erwachsenen. Der Prozess lasse sich ebenso in die andere Richtung lesen, sagt die Korschenbroicherin mit Verweis auf die nachlassenden Kräfte im Alter. In der Vitrine zeigt sie weitere mehransichtige und geschichtete Arbeiten in behutsam entfalteter Symbolik.

Fensterbriefumschläge werden zu Kunst

Wamprecht zeigt künstlerisch aufgewertete, alte wie auch selbst gebundene Bücher und Leporellos. Über Collagen, Stempel, Strukturen – einmal auch mit Bezügen auf die alte Handschrift Semicurritium – entfaltet die Neusserin aus Vorgefundenem neue Geschichten und Zusammenhänge. Über Fensterbriefumschläge erzielt sie etwa überraschende und wandelbare Einblicke, die sich beim Blättern entdecken lassen. „Ich nehme das, was mir in die Finger fällt“, sagt sie über ihr Material aus Büchern vom Flohmarkt, Spiel- und Karteikarten sowie einem in China gekauften und nie genutzten Kalender.

Puppe aus Kindertagen

Schretzmanns zum Fries gehängte, kleinformatige Zeichnungen und Malereien betonen den Zusammenhang in der kommunikativen Gemeinschaftsausstellung. „Ich zeichne unheimlich gerne und fast täglich. Es entstehen Dinge, die ich weiterführe“, sagt die Neusserin über das Zusammenspiel von Intuition und Absicht. Ein häufig wiederkehrendes Motiv ist eine Puppe aus Kindertagen, zuweilen zurückgenommen auf Details. Die Illustration mit unterschiedlichen Graden der Abstraktion und Auflösung betont den Erinnerungscharakter. Einige wenige Arbeiten weichen im gewählten Sepia-Ton vom vorherrschenden Farbkanon ab und unterstreichen den Bezug auf Vergangenes. Wie Ruheinseln wirken einige auf Farbe und Fläche zurückgenommene Bilder.

Info: Die Ausstellung ist bis 1. November, sonntags 14 bis 17 Uhr, geöffnet.

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Das Symbol der Ausstellung „In die Zeit gefallen“ ist eine weiße Feder, die bei einem Spaziergang auf einem Straßenpflaster entdeckt wurde.
Foto: Robert Jordan


Korschenbroich
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Robert Jordan kehrt in seine Geburtsstadt Korschenbroich zurück. Der Fotograf geht mit seinemSmartphone als Kamera nicht auf die Suche nach Motiven – sie finden stattdessen ihn.
Er fotografiert mit seinem Smartphone und zeigt einige seiner ungewöhnlichsten Fotografi en im Kulturbahnhof. „In dieZeit gefallen“ lautet der Titel der Ausstellung des aus Korschenbroich stammenden Künstlers Robert Jordan, die am 11.April um 16 Uhr von Museumsleiterin Hilla Baecker eröffnet wird.

Jordan geht mit seinem Smartphone als Kamera nicht auf die Suche nach Motiven – stattdessen fi nden sie ihn. DenFotografen reize nicht das Bekannte, sondern das Neue im Alten, wie Museumsleiterin Hilla Baecker ankündigt. Er lassesich auf seine Umgebung ein und beobachte. Dabei zeige sich Robert Jordan offen für eine Ungewissheit, anstatt dasMotiv vorab selbst zu bestimmen. Wie es zu dem Titel der Ausstellung kam: Die Fotografi en seien Arbeiten in derGegenwart und somit in die Zeit gefallen.

Das Symbol der Ausstellung ist eine weiße Feder, entdeckt auf dem Straßenpfl aster bei einem Spaziergang. Die weißeFeder soll ein Hinweis auf eine Verbindung zur spirituellen Welt sein und könne als Zeichen der Hoffnung und desSchutzes interpretiert werden, heißt es in der Ankündigung.
Die Ausstellung ist in zwei Zyklen unterteilt. Der erste Zyklus besteht aus fotografi schen Arbeiten, die auf Konzerten,auf Trödelmärkten, bei Stadt- und Strandbesuchen entstanden sind. Im zweiten Zyklus werden die fünf Strophen desSongs „The times they are a-changin“ von
Bob Dylan fotografisch illustriert.
Musikalisch wird die Ausstellungseröffnung von Justine und Steve Catran aus Grevenbroich begleitet. Im Rahmen derAusstellung fi ndet am 3. Mai 2026 von 14 bis 16 Uhr ein Musiknachmittag mit dem Titel „Zu Gast bei Bob Dylan“ statt.

Anmeldungen dafür sind erforderlich per Mail an info@typisch-hilla.de.

Die Ausstellung ist ab 11. April bis 17. Mai geöffnet, jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter0174 9907444. An allen Sonntagen ist die Cafeteria geöffnet und lädt zum Verweilen ein. Ausstellungsort ist der KulturbahnhofKorschenbroich, Am Bahnhof 2, in Korschenbroich.

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