Wann haben Sie bei Ihrem letzten Waldspaziergang eigentlich wirklich hingeschaut?
Eine eingezäunte Freifläche, Totholz am Wegrand oder abgestorbene Bäume wirken auf den ersten Blick oft ungepflegt. Doch gemeinsam mit Revierförster Jakob Hahn von der Forstbetriebsgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld w.V. wurde bei einer Exkursion der Kreuzbergallianz schnell deutlich: Im Wald geschieht selten etwas zufällig.
Wo der Borkenkäfer Bäume geschädigt hat, entsteht heute ein vielfältiger Mischwald. Unterschiedliche Baumarten reagieren verschieden auf Trockenheit, Stürme oder Schädlinge. Vielfalt macht den Wald widerstandsfähiger und hilft ihm, sich an den Klimawandel anzupassen.
„Viele sehen zuerst absterbende Bäume oder Totholz. Ein ausreichend hoher Totholzanteil ist aber auch wichtig, um den Herausforderungen des menschengemachten Klimawandels zumindest ein Stück weit entgegenzutreten. Deshalb sehe ich in den absterbenden Bäumen, die wir im Wald belassen auch unseren Beitrag den Wald auf die Zukunft vorzubereiten“, so der Revierförster.
Auch Wasser spielt im Wald eine entscheidende Rolle. Kleine Mulden entlang der Waldwege leiten Regenwasser gezielt in die Fläche und helfen dabei, Wasser länger in der Landschaft zu halten. Selbst Totholz erfüllt wichtige Aufgaben: Es speichert Feuchtigkeit und bietet zahlreichen Tieren, Pilzen und Insekten einen Lebensraum.
Ein Begriff blieb nach dem Rundgang besonders hängen: Waldgesellschaft. Er beschreibt das Zusammenspiel aller Lebewesen im Wald. Jeder übernimmt eine Aufgabe – erst dieses Miteinander macht den Wald stark.
Vielleicht steckt darin sogar ein Gedanke, der über den Wald hinausreicht. Wie im Wald braucht auch unsere Heimat starke Wurzeln. Der Kern dessen, was unsere Orte prägt, muss erhalten bleiben. Nur dann kann Neues wachsen.
Den vollständigen Hintergrundbeitrag finden Interessierte auf der Homepage der Kreuzbergallianz.
