Heimat Info Logo
Gmoi „Josef Hofmann“ übergibt historische Trachten an das Museum
Museum Flucht - Vertreibung - Ankommen
26.12.2025, 10:54
Bilder (1)

Ein Stück Egerländer Geschichte für die Nachwelt. Die Eghalanda Gmain (Gmoi) „Josef Hofmann“ z’Regensburg setzt ein Zeichen für die Bewahrung des kulturellen Erbes: Der Verein übergab zwei wertvolle Egerländer Trachten – eine Frauen- und eine Männertracht – an das Museum Flucht – Vertreibung - Ankommen, um die Geschichte der Egerländer in der Region dauerhaft sichtbar zu machen.

 

Besonderes Augenmerk liegt auf der „Karlsbader Frauentracht, auch „Unterländer Tracht“ genannt. Diese stammt aus dem Nachlass von Peter W. Schmidt, der als langjähriger Erster Vüarstäiha (2007–2024) die Gmoi maßgeblich geprägt hat.

 

Die Recherchen der Trachtenwartin Sonja Weber und der Kulturwartin Veronika Straubinger deuten auf eine historische Besonderheit hin: Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich hierbei um die Tracht von Emma Klemm handelt, die zusammen mit ihrem Mann Rudolf den Verein im Jahr 1949 gründete. Indizien wie eine Postkarte von 1944 und Fotografien von 1953 zeigen Emma Klemm in einem identischen Schürzenstoff.

 

„Aufgrund der Beschaffenheit gehen wir davon aus, dass diese Tracht als Teil des Vertreibungsgepäcks nach Regensburg kam“, betonten die Verantwortlichen. Die Tracht wurde durch Stücke aus dem Vereinsfundus sowie Schuhen aus dem Nachlass von Rotraut Schmidt (Mutter von Peter W. Schmidt) fachgerecht komplettiert.

 

Neben der Frauentracht übergibt der Verein eine klassische Egerländer Männertracht. Während das Gewand selbst als „erneuerte Tracht“ aus dem Vereinsfundus zusammengestellt wurde, haben die dazugehörigen Stiefel einen persönlichen Bezug: Sie wurden von Peter W. Schmidt selbst getragen.

 

Die Übergabe umfasst unter anderem bei der Frauentracht  Mieder, Schultertuch, Bluse, Ouadadara (Halstuch), Rock, Schürze, Goldhaube, Batzlstrümpfe und ein Trachtenkorb. Männertracht: Floderer (Hose), Hemd, Janker, Geschirr (Hosenträger), Batzlstrümpfe und Stiefel.

 

Um dem Museum eine fundierte Einordnung zu ermöglichen, stellte die Gmoi umfangreiches Quellenmaterial zur Verfügung. Dazu gehören neben Fachliteratur auch historische Dokumente wie die Festschriften zum 25- bis 60-jährigen Bestehen des Vereins sowie Belege zur Ernennung der Egerländer Tracht zur „Tracht des Jahres 2022“. Mit dieser Schenkung bleibt das Erbe der Gründergeneration lebendig und wird für künftige Generationen im musealen Kontext bewahrt.

 

Einen großen Dank sprach Museumsleiter Jochen Neumann der Egalandler Gmoi für diese Schenkung aus. „Die Trachten werden in Zukunft Bestandteil der Dauerausstellung sein“.


Bilder (1)
Beschreibung

Das Museum thematisiert das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen und Konfessionen, verschiedener Weltanschauungen und verschiedener Herkunft in der nördlichen Oberpfalz von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis bis zur Integration von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und in den Jahren danach.