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Der Bienenfresser (Merops apiaster) – ein Exot breitet sich aus!
Gemeinde Rohrenfels
08.06.2026, 08:12
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Obwohl ich ihn schon vor 45 Jahren bei uns gesehen habe, aber halt nur als einzelne Paare, wird der Bienenfresser bei uns immer häufiger. Der Vogel profitiert von der Klimaerwärmung. Starkregen durch den Klimawandel stellt jedoch wieder eine Gefahr für die Brut dar. Der farbenprächtigste Vogel Europas ist nicht gefährdet. Bienenfresser gehören zu den Rackenvögeln, sind mit den Eisvögeln verwandt und überwintern als Zugvögel in Afrika.

Bienenfresser haben eine Köperlänge bis zu 30 cm und eine Flügelspannweite bis zu 40 cm. Der schön bunte Vogel ist nicht zu verwechseln. Scheitel, Nacken und Rücken sind rötlich braun, die Flügel ebenso. Bauch- und Brustbereich sind türkisfarben. Über dem gelben Kinn befindet sich ein schwarzer Augenstreifen. Der Schnabel ist lang und leicht gebogen. Die Schwanzfedern sind leicht verlängert. Der Vogel ruft häufig im Flug sein „püt, püt“. Man hört ihn meist bevor man ihn sieht.

Vom Kaiserstuhl (zwischen Schwarzwald und Vogesen) aus hat sich der Vogel zu Beginn des 21. Jahrhunderts wieder über Deutschland ausgebreitet. Er bevorzugt warmes Klima und hat ein Verbreitungsgebiet von Nordwestafrika über Südwest-, Süd- und Südosteuropa bis nach Vorderasien. Er brütet in sandigen oder lehmigen Steilhängen an Ufern von Flüssen und Seen. In der Puszta oder in Rumänien auch mal neben einem Weg. Die Brutröhren am Boden sehen wir Kaninchenlöcher aus.

Bei uns findet man Bienenfresser in Sandgruben – z.B. um Hollenbach, Nähermittenhausen und am Freinhauser Berg – oft zusammen mit Uferschwalben, aber auch gerne alleine. Im Vorjahr gab es am Freinhauser Berg in verschiedenen Sandgruben 51 Brutpaare. Mal sehen wie viele es dieses Jahr werden? Bienenfresser haben sich in Deutschland wieder gut etabliert und sind wohl die Vogelart mit dem relativ höchsten Bestandswachstum im 21. Jahrhundert.

Bienenfresser jagen nicht nur Bienen. Sie erbeuten im Flug auch Wespen, Hummeln, Hornissen, Libellen, Schmetterlingen, Zikaden und Käfer. Sie sind also auf Großinsekten als Nahrung angewiesen. Hat das Insekt einen Giftstachel, so wird dieser vor dem Verschlucken durch kräftige Hiebe auf die Sitzwarte entleert und entfernt. Erst danach wird das Insekt nach hoch werfen verschluckt oder an die Jungen verfüttert.

Bienenfresser brüten am liebsten in Gesellschaft. Die Brutröhren können im Extremfall bis zu 2,7 Meter lang sein. Sie haben einen Durchmesser von ca. 5 cm; im Einflugbereich bis zu ca. 10 cm. Am Ende der Röhre befindet sich die Brutkammer. Ein Gelege kann bis zu 7 Eiern haben. Die Brutzeit beginnt Mitte/Ende Mai und dauert ca. 20 Tage. Die Fortpflanzungszeit ist von April bis Juli. Es gibt nur eine Jahresbrut.

Der größte Feind des Bienenfressers ist der Mensch. Es zerstört seine Lebensräume, etwa durch die Begradigung von Flüssen und den Verlust von Steilwänden. Die moderne Landwirtschaft führt zu einem Mangel an Großinsekten. Auch Wanderfalke, Sperber, Wiesel, Fuchs, Ratten und Wildschweine gehören zu ihren Fressfeinden. Ihr natürliches Lebensalter beträgt meist bis zu 10 Jahre.

Karlheinz Schaile, Umweltbildung im AIZ Neuburg-Ingolstadt, Schloß Grünau

Foto: Engelbert Waldmann, Sinning


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