Nieder-/Oberaichbach/Wörth. Der Pfarrgemeinderat der Pfarreiengemeinschaft hat in Zusammenarbeit mit dem Christlichen Bildungswerk zu einem Vortrag ins Pfarrheim Niederaichbach geladen. Der Referent des Abends, Gerhard Bauer, Pastoralreferent in der Pfarreiengemeienschaft Kallmünz-Duggendorf, hat eindrucksvoll und mit viel Detailwissen
die interessierten Zuhörerinnen in die Zeit, in der der Apostel Paulus gelebt und gewirkt hat, versetzt. Damals galt es, die frühchristliche Missionsbewegung zu unterstützen und dabei spielten die Frauen eine entscheidende Rolle. Die Paulinischen Briefe sind Quelle für zahlreiche Erfolgsgeschichten von Frauen wie zu Phöbe, die eine frühchristliche Gemeinde geleitet hat. Die Apostelgeschichte berichtet von der Purpurhändlerin Lydia aus Philippi, einer erfolgreichen Geschäftsfrau, die den Apostel Paulus und seinen Begleiter Silas in ihr Haus aufnahm und ihre Angehörigen taufen ließ. Das Zitat: „Wie es in allen Gemeinden der Heiligen üblich ist, sollen die Frauen in den Versammlungen schweigen“, das Paulus zugeschrieben wird und mit dem sich später
viele Frauen und Theologinnen kritisch auseinandergesetzt haben, stammt möglicher Weise nicht von ihm oder ist in einem anderen Kontext zu interpretieren. „Fakt ist nämlich“, hob Bauer ausdrücklich hervor, „dass Paulus die Frauen geachtet hat und sie als wertvolle Mitarbeiterinnen in den frühchristlichen Gemeinden sah“. Als Apostelinnen, Diakoninnen und Haushaltsvorsteherinnen wirkten sie aboslut auf Augenhöhe mit den männlichen Aposteln und Missionsmitarbeitern.
„Um die Akzeptanz für den christlichen Glauben in der antiken Gesellschaft zu erhöhen, wurden die Frauen in der nachfolgenden Zeit in das Gesellschaftsbild zurückgestuft, in dem nur der Mann im gesellschaftlichen Leben eine Rolle spielte“, versuchte Gerhard Bauer den Status quo in der katholischen Kirche zu erklären.
Eine rege Diskussion um die Rolle der Frau in der Kirche von heute schloss sich an den Vortrag an.
Bildungsbeauftragte Patricia Loibl bedankte sich bei Gerhard Bauer mit einem kleinen Präsent.
