Nachdem die letzten Freitage das Spiellokal wegen Feiertag und Kerwa geschlossen war, wusste man
nicht so recht um die eigene Form und wo man zu Saisonbeginn steht. Daher wurden die ersten
Matches der 1. und 2. Mannschaft als richtungsweisend gesehen.
SKW II – SF Windheim I 3,5:2,5
Fast in Bestbesetzung konnte die Reserve des SKW den Mitfavoriten um die Meisterschaft aus
Windheim empfangen. Da die Gäste allerdings mit drei Ersatzleuten die Reise nach Weidhausen
antraten, war ein Heimsieg Pflicht. Doch danach sah es lange nicht aus. Marc Gärtner sah sich am
Spitzenbrett einer aggressiven Bauernwalze gegenüber, Routinier Dieter Günther übersah eine
taktische Falle und an den übrigen Brettern ließ ein Vorteil für die Gastgeber auf sich warten. Arndt
Knauer hatte zwar taktisch einiges auf dem Brett, jedoch verflachte auch diese Partie schnell. Marc gab
als Befreiungsschlag eine Figur gegen drei Bauern, was sein Duell nur noch wilder machte.
Nach fast drei Stunden Spielzeit musste Dieter aufgeben, Arndt konnte dann die Felderschwächen
seines Gegenübers nutzen und ausgleichen. Frank aktivierte seine Springer, fast wie in Meisterhand,
gewann einen Bauern und aus einer gedrückten Stellung wurde schließlich ein kleiner Vorteil. Manfred
„Buggi“ Knauer spielte untypisch ruhig und solide und sicherte ein Remis für seine Mannen. Dann
münzte Finn seine recht souverän positionell geführte Partie mittels taktischer Kniffe in einen
erfreulichen Sieg um.
Um 18.45 liefen an den Spitzenbrettern zwei Damenendspiele, beide sahen nie verloren aus. Marc
remisierte zum 3:2 und Frank, der wohl auch hätte gewinnen können, willigte in die Punkteteilung ein,
da diese zum 3,5:2,5 – Sieg reichte.
SKW I – TSV Kirchenlaibach I 4:4
Ein Duell auf Augenhöhe – wie schon in den Vorjahren – war im Auftaktspiel der Bezirksoberliga zu
erwarten, zumal die Teams beide fast in Stammaufstellung antraten, lediglich Brett zwei fehlte hüben
wie drüben. Es sollte bis zum Ende ein enges und hochspannendes Match bleiben!
Den ersten Lichtblick für den SKW generierte Volker Herdin, der nach dem Abtausch des
Springerpärchens taktische Vorteile erreichen konnte und seinem Kontrahenten die Rochade
vermieste. Gleichwohl schien Jürgen Dehler in die Bredouille zu geraten, die Königsstellung bekam ein
Loch und die Schwerfiguren von Bodenschatz drohten Schlimmes. Leichten optischen Vorteil holte Tom
Carl in der für ihn ungewohnten italienischen Eröffnung, während Herbert Hempfling mit der AljechinVariante von Lederer so gar nicht zurechtzukommen schien.
Und so kam es wie es kommen musste: um 10.45 fiel die Stellung des Burggrübers nach mehreren
Ungenauigkeiten in sich zusammen und man lag mit 0:1 im Rückstand. Erst 45 Minuten später dann
der erwartetet und verdiente Ausgleich: Herdin blieb aktiv, ein schwarzer Turm war eingeklemmt und
mit einem Qualitätsopfer brach er den Widerstand von Doleschal, so dass dieser wenige Züge später
die Segel streichen musste.
Nun folgte eine ruhige Phase, in der Frank Gugisch und der Vorstand mit zwei Remisen das Resultat auf
2:2 schraubten. Gugisch wählte in der Pirc-Verteidigung gegen Fuchs eine recht geschlossene Variante,
es wurden die Leichtfiguren nach und nach getauscht und schließlich reichte man sich friedlich die
Hand. Tom Carl setzte nach Raumvorteil etwas zu vorsichtig fort, so dass Reichel seinen
Entwicklungsrückstand egalisieren konnte. Es kam zu einer völlig ausgeglichenen geschlossenen
Stellung, die nicht mehr als ein Unentschieden verdiente.
Im ewig jungen Duell von Spielleiter Olaf Knauer gegen Koch kam einmal mehr der Sizilianer aufs Brett.
Diesmal allerdings ging es heiß her und es kam zu wilden Mattdrohungen auf beiden Seiten. Als gegen
Ende der ersten 40 Züge beide Duellanten in Zeitproblem kamen, erlaubte der Kirchenlaibacher seinem
Gegenüber einen Generalabtausch, nach dem nur noch ein Dauerschach das Remis für den Gast
sichern konnte, wozu es schließlich auch kam. Jürgen Dehler, der zwischenzeitlich mehrfach am
Abgrund balancierte, fand am Ende eine taktische Abwicklung und konnte durch ein ewiges Schach mit
seinen beiden Türmen das vielleicht überraschendste und wichtigste Remis des Tages sichern – es stand
nun 3:3.
Nichts für schwache Nerven war das Endspiel im Match zwischen Altmeister Gert Schillig und Werner
Malzer. Der Gast war die ganze Partie über der aktive Spieler und er lenkte nach vielen Abtäuschen in
ein Endspiel Turm plus Läufer gegen Turm plus Springer mit Bauernmajoriät am Königsflügel über. Doch
dann gelang Schillig ein taktischer Coup und er konnte einen Bauern stibitzen. Malzer ließ sich nicht
beirren, drängte den Schwarzen mehr und mehr zurück, der sein Heil in einem flüchtenden Freibauern
suchte. Zur gleichen Zeit lief der Kampf der Spitzenspieler Rüdiger Günther und Rainer Singer aufs Ende
zu. Günther mit den schwarzen Steinen gelang es, alle Angriffsbemühungen von Singer mit hartem
Widerstand zu parieren und sich einen Freibauern auf der h-Linie zu sichern. Allerdings war dieser im
Turmendspiel ohne echte Unterstützung, es kam zum Bauerntausch, aber die Aktivität lag beim
Weidhäuser.
Inzwischen war die Gesamtspielzeit von 5 Stunden überschritten und die Luft war bis zum Zerreißen
gespannt. Alle Spieler hatten in der Fischer-Zeit ständig kaum mehr als 3 Minuten auf der Uhr. Gert
kämpfte wie ein Löwe, verlor aber zwei Bauern zurück, holte einen wieder auf und griff unter dem
enormen Druck seines Gegenübers schließlich doch daneben. Nach sage und schreibe 91 Zügen und
tollem Kampf konnte er nur die Hand zum Aufgeben reichen. Topspieler „Rü“ eroberte erneut einen
Bauern und hatte nun Turm und drei gegen Turm und zwei isolierte „Farmer“. Er versuchte wirklich
alles, die 100 Züge wurden überschritten und nach 119 Zügen und fast 6 Stunden Spielzeit war es
tatsächlich vollbracht: Sieg für Rü und ein 4:4 Stand zu Buche
