Liebe Witzenhäuser,
hinter uns liegt wieder einige Tage, die eindrucksvoll gezeigt hat, was unsere Stadt ausmacht: Gemeinschaft, Engagement und Menschen, die Verantwortung für ihren Ort übernehmen.
Kirmes in Hundelshausen – gelebte Gemeinschaft
Mit der Kirmes in Hundelshausen hat die letzte Kirmes in unserem Stadtgebiet in diesem Jahr stattgefunden. Hundelshausen hat dabei einmal mehr gezeigt, wie schön hier gefeiert werden kann. Unser größter Ortsteil hat damit wieder würdevoll doe Saison beendet und allen Besuchenden nochmal gezeigt, was uns hier ausmacht.
Ich bin dankbar für die vielen ehrenamtlichen Menschen, die in diesem Jahr die Kirmessen in unseren Ortsteilen organisiert und möglich gemacht haben. Für mich stehen diese Feste für etwas ganz Wichtiges: für Gemeinschaft und für die Möglichkeit, sich einzubringen, dazuzugehören und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Investitionen für die kommenden Jahre
Auch politisch ist die Sommerpause vorbei. Die vergangenen Ausschusssitzungen und Stadtverordnetenversammlung waren entsprechend gut mit Themen gefüllt. Für mich persönlich war dabei der Beschluss des Investitionsprogramms besonders wichtig. Damit wurden wichtige Maßnahmen für die kommenden Jahre und insbesondere für 2027 auf den Weg gebracht.
Dazu gehören unter anderem der Neubau bei einigen Feuerwachen sowie die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen. Ebenso geht es um den Umbau der Kindertagesstätte „Haus der kleinen Freunde“ am Ellerberg einschließlich des Bürgerhauses.
Das sind erhebliche Investitionen. Sie zeigen aber auch: Wir wollen unsere Infrastruktur erhalten und weiterentwickeln und investieren dort, wo es für unsere Stadt und ihre Menschen notwendig ist.
Kommunen am Limit
Ein Thema, das mich in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder beschäftigt, ist die finanzielle Situation unserer Kommunen. In vielen Gesprächen mit meinen Amtskollegen wird deutlich: Wir wollen Verantwortung übernehmen und unsere Städte und Gemeinden gestalten. Gleichzeitig werden unsere Handlungsspielräume durch Bürokratie und eine unzureichende Finanzierung immer kleiner.
In der vergangenen Woche bin ich deshalb gemeinsam mit rd. 300 Bürgermeistern aus Hessen zur Mitgliederversammlung des Hessischen Städte- und Gemeindebundes nach Weilburg gefahren. Unter dem Motto „Kommunen am Limit“ haben wir unsere Situation auch gegenüber Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck deutlich gemacht. Im Mittelpunkt standen die angespannte Finanzlage, die kommunale Selbstverwaltung und die Frage, wie Städte und Gemeinden dauerhaft handlungsfähig bleiben können.
Das ist nur eine von mehreren Aktionen, mit denen wir derzeit auf die Situation der Kommunen aufmerksam machen. Ich halte es für wichtig, dass wir als kommunale Familie gemeinsam auftreten und deutlich machen, welche Auswirkungen die derzeitige Situation vor Ort hat.
Für eine offene und vielfältige Stadtgesellschaft
Gleichzeitig beschäftigt mich eine andere Entwicklung: die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung und Radikalisierung, die wir auch bei Wahlen an anderen Orten/Bundesländern beobachten können.
Ich blicke mit Sorge darauf, was solche Entwicklungen mit unserer Gesellschaft machen. Denn ich erlebe Witzenhausen als eine offene, vielfältige und tolerante Stadt. Genau diese Kultur des Miteinanders sollten wir bewahren und weiter stärken.
Dazu passt auch unser internationaler Austausch. Gemeinsam mit dem Städtepartnerschaftsverein planen wir einen Jugendaustausch mit unserer Partnerstadt Kayunga in Uganda. Außerdem wollen wir mit einer Delegationsreise den neuen Bürgermeister kennenlernen und unsere langjährige Freundschaft weiterführen. Menschen aus Kayunga waren im vergangenen Jahr zu unserer 800-Jahr-Feier bei uns zu Gast. Solche Begegnungen zeigen, wie Städtepartnerschaften mit Leben gefüllt werden können.
20 Jahre Witzenhäuser Tafel
Ein besonderer Termin war außerdem das 20-jährige Bestehen der Witzenhäuser Tafel.
Seit 20 Jahren kümmern sich dort Menschen darum, dass Lebensmittel weitergegeben werden und Menschen Unterstützung erfahren. Hinter dieser Arbeit stehen nicht nur Lebensmittel und Ausgabestellen, sondern vor allem Menschen, die Verantwortung übernehmen und anderen helfen. Dafür gilt allen Ehrenamtlichen mein ganz besonderer Dank.
Premiere für das Witzenhäuser Weinfest
Parallel dazu wurde am vergangenen Wochenende erstmals das Witzenhäuser Weinfest eröffnet. In den vergangenen Jahren gab es an dieser Stelle den „Herbstzauber“. Aufgrund der aktuellen Finanz- und Personalsituation konnte dieses Format in diesem Jahr nicht umgesetzt werden.
Die Idee der Pro Witzenhausen GmbH, stattdessen ein Weinfest auf die Beine zu stellen, war aus meiner Sicht ein voller Erfolg. Drei Tage lang gab es auf dem Marktplatz Wein, kulinarische Angebote, Musik und vor allem viele Begegnungen. Das Fest wurde sehr gut angenommen – und ich bin zuversichtlich, dass wir im kommenden Jahr an diese Premiere anknüpfen können.
Hessenweit zu Gast in Witzenhausen
Am Samstag durfte Witzenhausen außerdem Gastgeber für die Plenarsitzung der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen – agah – sein. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Ausländerbeiräte aus ganz Hessen bei uns zusammengekommen sind.
Die agah ist der Dachverband von mehr als 80 gewählten kommunalen Ausländerbeiräten in Hessen. Diese Gremien sind ein wichtiger Bestandteil kommunaler Beteiligung und vertreten die Interessen von Menschen mit Migrationsgeschichte.
Dass eine solche landesweite Sitzung bei uns in Witzenhausen stattfindet, ist auch eine schöne Anerkennung für unsere Stadt als Ort der Begegnung.
Ein neuer MTW für die Feuerwehr Hubenrode
Beim Herbstfest der Feuerwehr Hubenrode konnte ich mich außerdem davon überzeugen, wie viel sich dort in den vergangenen Monaten entwickelt hat. Die Feuerwehr hat neue aktive Mitglieder gewinnen können und sich insgesamt sehr positiv weiterentwickelt.
Besonders beeindruckend finde ich, dass nun sogar ein neuer Mannschaftstransportwagen (MTW) beschafft werden konnte – ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.
Das ist für mich gelebtes Ehrenamt. Menschen setzen sich für ihren Ort ein, übernehmen Verantwortung und schaffen gemeinsam etwas, das dem gesamten Ort zugutekommt. Dieses Engagement kann man gar nicht hoch genug loben.
Tag der Regionen in Ermschwerd
Am Sonntag ging es dann zum Tag der Regionen nach Ermschwerd. Rund um das Schloss gab es einen Bauern- und Kunsthandwerkermarkt, regionale Produkte, kulinarische Angebote und viele Möglichkeiten zum Austausch. Das diesjährige Motto „Nah versorgen – gut für morgen“ macht deutlich, worum es dabei geht: regionale Wertschöpfung, Landwirtschaft, Nahversorgung und lebendige Dörfer.
Mein Dank gilt allen, die diesen Tag vorbereitet und möglich gemacht haben. Solche Veranstaltungen leben von den Menschen, die ihre Zeit investieren, regionale Produkte anbieten, Vereine vertreten oder einfach mithelfen.
Ausblick auf das kommende Wochenende
Auch das kommende Wochenende wird wieder vielfältig.
Am Samstag startet um 10 Uhr der Almabtrieb des Lions Clubs an der Warteberghütte. Damit wird traditionell der Sommer verabschiedet und gleichzeitig für einen guten Zweck gesammelt.
Ebenfalls morgen wird das Ink Studio in der Marktgasse eröffnet. Ich freue mich über jedes neue Angebot und jedes Unternehmen, das sich in unserer Innenstadt entwickelt.
Bei Essity findet ein großes Familienfest statt. Gleichzeitig steht der Freiwilligentag an. Auch hier möchte ich ausdrücklich allen Menschen danken, die ihre Freizeit einsetzen, um etwas für ihren Ort, ihren Verein oder ihr unmittelbares Umfeld zu tun.
Und mein persönliches Highlight am Sonntag ist die Eröffnung des neuen Wandercafés am P9 in Roßbach ab 14 Uhr. Der neu gegründete Verein „Wanderlust & Kaffeeduft Roßbach“ schafft damit einen neuen Treffpunkt für Jung und Alt sowie für Wanderer und Radfahrer. Das passt wunderbar zu dem, was ich an unseren Ortsteilen so schätze: Menschen haben eine Idee und setzen sie gemeinsam um.
Ich freue mich auf die vielen Begegnungen am kommenden Wochenende und wünsche Ihnen allen eine schöne Zeit.
Ihr Lukas Sittel
