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Kaum zu glauben
Ökumene Sulzbürg
05.10.2026, 22:07
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Es gibt Zufälle, die ein normaler Mensch kaum begreifen mag. Die aktuellen Entwicklungen rund um die Suspendierung des Landl-Pfarrers sind voll solcher überraschenden Wendungen, die wohl in keinerlei Zusammenhang stehen:

Zufall Nummer eins: Mehr als sechs Jahre kam der vermeintliche Tatvorwurf gegenüber dem Landl-Pfarrer nicht zur Anzeige. So lag laut Recherchen der Neumarkter Presse bis Mitte August 2026 tatsächlich keinerlei strafrechtliche Meldung vor. Jetzt aber soll auf einmal doch eine private Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingegangen sein. Auch wenn die zeitliche Nähe verblüfft, hüte man sich davor, hier eine Verbindung zum Vorgehen der Evangelischen Landeskirche anzudenken. Alles reiner Zufall.

Zufall Nummer zwei: Noch bevor der beschuldigte Landl-Pfarrer von der Staatsanwaltschaft in Kenntnis gesetzt wird, bedient der Evangelische Pressedienst die breite Öffentlichkeit. Auch hier kann es sich wohl nur um einen Zufall handeln, dass ausgerechnet ein kirchennaher Pressedienst von der Anzeige erfährt und lautstark den Tatvorwurf „sexuelle Handlungen gegen den erkennbaren Willen“ hinausposaunt. Dass der Landl-Pfarrer bis heute noch gar keine Nachricht von der zuständigen Behörde hat, war zufälligerweise nicht von Interesse.

Schließlich war es wohl auch nur ein Zufall, dass dem EPD nicht bewusst war, dass es sich bei der Akte Proksch lediglich um ein Ermittlungsverfahren handelt. Ein solches ist dazu da, im Vorfeld abzuklären, ob die Tatvorwürfe überhaupt für ein Hauptverfahren ausreichen. Bedauerlicherweise wurde vergessen, diese Unterscheidung den Lesern zu erläutern. – Ja, Zufälle gibt’s, die kann man kaum glauben.

Helmut Enzenberger, Sulzbürg


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