Spenden für die Brandopfer kamen aus ganz Deutschland
Am 25. April 1893 brach um die Mittagszeit in Straßebersbach ein verheerendes Feuer aus, welches aufgrund der Dürre und trotz sofortigen und intensiven Eingreifens sich rasch ausbreitete. Innerhalb kurzer Zeit brannten 25 Wohnhäuser und 40 sonstige Gebäude, wie Ställe und Scheunen, ab.
Aufgrund des schnellen Ausbreitens konnte nur sehr wenig vor dem Feuer gerettet werden. 25 Familien waren innerhalb weniger Stunden obdachlos und in bitterer Armut. Es fehlte an Lebensmitteln, Kleidungsstücken,
Einrichtungsgegenständen und insbesondere gab es kaum Futter für das Vieh.
Innerhalb weniger Tage rief die Landesregierung zu einer bundesweiten Sammlung auf. Diese wurde von den folgenden regionalen Persönlichkeiten unterzeichnet:
Pfarrer Grünschlag
Kirchenvorsteher Eckhardt
Oberförster Giebeler
Hüttenbesitzer Konrad
Apotheker Kröck
Arzt Dr. Neuschäfer
Verwalter Schneider
Bürgermeister Schnell
Schon am 2. Mai 1893 teilte das Regierungspräsidium mit, dass u. a. von Freiherr Wilhelm Rothschild 200 Mark gespendet wurden. Die Bankiersfamilie Rothschild unterstützte regelmäßig wohltätige und gemeinnützige Zwecke.
Am 12. Mai 1893 wurde der Eingang von 1.000 Mark von Kaiser Wilhelm II. öffentlich mitgeteilt. Lt. Bundesbank ist das ein aktueller kaufkraftäquivalenter Wert von rund 8.000 Euro.
Viele kleinere Spenden von Einzelpersonen, Vereinen und Firmen führten dazu, dass die Not der Straßebersbacher etwas gemildert werden konnte.
Leider starb auch der Rittershäuser August Wilhelm Scholl an den Verletzungen, die er sich bei den Rettungsarbeiten des Brandes zugezogen hatte.
(Eine Recherche von Armin Wickel/Geschichtswerkstatt Neuhütte Dietzhölztal e. V.)
Symbolbild: Ein Großbrand wütete 1893 in Straßebersbach. Bild von Christopher Burns auf Unsplash.
