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Was haben die Rothschilds mit Straßebersbach zu tun?
Geschichtswerkstatt Neuhütte Dietzhölztal e. V.
15.02.2026, 09:22
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Spenden für die Brandopfer kamen aus ganz Deutschland

 

Am 25. April 1893 brach um die Mittagszeit in Straßebersbach ein verheerendes Feuer aus, welches aufgrund der Dürre und trotz sofortigen und intensiven Eingreifens sich rasch ausbreitete. Innerhalb kurzer Zeit brannten 25 Wohnhäuser und 40 sonstige Gebäude, wie Ställe und Scheunen, ab.

 

Aufgrund des schnellen Ausbreitens konnte nur sehr wenig vor dem Feuer gerettet werden. 25 Familien waren innerhalb weniger Stunden obdachlos und in bitterer Armut. Es fehlte an Lebensmitteln, Kleidungsstücken,
Einrichtungsgegenständen und insbesondere gab es kaum Futter für das Vieh.

 

Innerhalb weniger Tage rief die Landesregierung zu einer bundesweiten Sammlung auf. Diese wurde von den folgenden regionalen Persönlichkeiten unterzeichnet: 
Pfarrer Grünschlag 
Kirchenvorsteher Eckhardt
Oberförster Giebeler
Hüttenbesitzer Konrad
Apotheker Kröck
Arzt Dr. Neuschäfer
Verwalter Schneider
Bürgermeister Schnell

 

Schon am 2. Mai 1893 teilte das Regierungspräsidium mit, dass u. a. von Freiherr Wilhelm Rothschild 200 Mark gespendet wurden. Die Bankiersfamilie Rothschild unterstützte regelmäßig wohltätige und gemeinnützige Zwecke.

 

Am 12. Mai 1893 wurde der Eingang von 1.000 Mark von Kaiser Wilhelm II. öffentlich mitgeteilt. Lt. Bundesbank ist das ein aktueller kaufkraftäquivalenter Wert von rund 8.000 Euro.

 

Viele kleinere Spenden von Einzelpersonen, Vereinen und Firmen führten dazu, dass die Not der Straßebersbacher etwas gemildert werden konnte.

 

Leider starb auch der Rittershäuser August Wilhelm Scholl an den Verletzungen, die er sich bei den Rettungsarbeiten des Brandes zugezogen hatte.

 

(Eine Recherche von Armin Wickel/Geschichtswerkstatt Neuhütte Dietzhölztal e. V.)

 

Symbolbild: Ein Großbrand wütete 1893 in Straßebersbach. Bild von Christopher Burns auf Unsplash.


Beschreibung

Die Geschichtswerkstatt Neuhütte Dietzhölztal e. V. widmet sich der über 2500-jährigen spannenden Geschichte unserer Heimat – seit den Kelten, die hier schon in der Frühlatènezeit siedelten, bis in die Neuzeit. Dabei ist unser Schwerpunkt das obere Dietzhölztal (Rittershausen, Ewersbach, Mandeln, Steinbrücken). Durch vielfältige – jahrhundertealte Verbindungen – in die Region beziehen wir diese ebenfalls ein. Wir arbeiten mit namhaften Wissenschaftlern, Universitäten, Landesarchiven … zusammen und freuen uns über Geschichtsinteressierte, die bei uns mitarbeiten möchten! Für alle Geschichtsinteressierten haben wir einen monatlichen Stammtisch im Bebop (Ewersbach). Ab 19 Uhr, jeden letzten Donnerstag im Monat (soweit es kein Feiertag ist).