Unter dem Motto „Vive la France“ lud das Blaswerk am 1. März zu einer abwechslungsreichen musikalischen Reise in das evangelische Gemeindehaus ein. Gleich zu Beginn setzte das festliche Prélude von Marc-Antoine Charpentier ein musikalisches „Bienvenue!“. Dramatischer wurde es anschließend mit einer Auswahl aus dem Musical The Hunchback of Notre Dame: Mächtige Klangwelten zeichneten das Bild der Pariser Kathedrale und transportierten große Gefühle im satten Bläsersound. Danach widmete sich Caroline Ehret widmete sprachlich-kulturellen Aspekten: Sie las einen Text zu Napoleon und zeigte darüber hinaus, welchen Einfluss die französische Sprache bis heute auf unseren Alltag hat. Mit „Caresse sur l’Océan“ wurde es anschließend ruhiger und die Querflötensolistin Katharina Reiniger verzauberte das Publikum mit einer sanften und fließenden Melodie.
Dass Musik und Literatur an diesem Abend so selbstverständlich ineinandergreifen, hat Tradition: Das Format wurde ursprünglich als Büchereikonzert ins Leben gerufen. Passend dazu trugen Kathrin Dornauer, Leiterin der Gemeindebücherei, und Iris Daschke einige Auszüge aus „Der kleine Prinz“ auf Französisch und Deutsch vor. Mit den bekannten Melodien aus „Carmen“ von Georges Bizet kam Opernflair auf. Zwar spielt die Handlung in Spanien, doch komponiert wurde das Werk von einem Franzosen und seinen ersten großen Erfolg feierte es in Paris. Jean Claude warf anschließend einen unterhaltsamen Blick eines Lothringers auf die fränkische Küche, bevor mit „Chi Mai“ von Ennio Morricone ein Filmmoment erklang: Die eingängige Melodie ist vielen aus Le Professionnel („Der Profi“) bekannt. Beim Frankreich-Quiz von Charlott Gygas wurde geraten und gelacht, bevor sich die Musikerinnen und Musiker mit dem Volkslied „Le coq est mort“ in die Pause verabschiedeten.
Auch in der Pause zog sich das Motto konsequent durch den Abend: Mit Tarte, Baguette und Camembert sowie süßen desserts wurde französische Lebensart kulinarisch erlebbar. Der zweite Teil begann mit „Suddenly“ aus Les Misérables. Peter Lindt las anschließend aus dem Roman Garou, in dem eine Schafherde in Frankreich auf ihre ganz eigene Weise einen Mordfall aufklärt. Mit der Barcarole und dem Can-Can von Jacques Offenbach hielt Pariser Operettenstimmung Einzug. Anschließend widmete sich Thomas Ewringmann französischen Redewendungen und übersetzte sie wortwörtlich ins Deutsche – was für zahlreiche Lacher sorgte.
„Reality“ aus dem Film La Boum brachte noch einmal 80er-Jahre-Gefühl in den Saal. Georg Lang steuerte französische Witze bei, bevor das Blaswerk mit „Lady Marmalade“ schließlich einen kraftvollen und mitreißenden Schlusspunkt setzte. Ein Programm, das Musik, Literatur und Humor stimmig verband – und einmal mehr zeigte: Frankreich in Franken? Ja freilich!