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Prof. Dr. Hannelore Daniel berichtete über Kelten und Römer im Lahn-Dill-Bergland
Geschichtswerkstatt Neuhütte Dietzhölztal e. V.
16.04.2026, 08:43
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Schon der berühmte römische Feldherr Cäsar könnte durch unsere Region gezogen sein

 

In der Reihe „Die Geschichtswerkstatt präsentiert!“ stellte Prof. Dr. Hannelore Daniel rund 70 Geschichtsinteressierten im Nationalen Automuseum in Ewersbach neue Erkenntnisse zu den Kelten und Römern im Lahn-Dill-Bergland vor. 

 

Als Wissenschaftlerin, hat sich die Ehringshäuserin mit Ernährungswissenschaften beschäftigt und war Leiterin des Lehrstuhls für Ernährungsphysiologie an der Technischen Universität München. Seit der Emeritierung 2018 widmet sie sich verstärkt ihrer Leidenschaft, der Archäologie. Dabei besonders den Kelten und Römern, die viele Spuren im Lahn-Dill-Bergland hinterlassen haben. In Dietzhölztal ist die keltische Wallanlage oberhalb von Rittershausen auf dem Berg „Ley“ von besonderer Bedeutung, aber bisher wenig erforscht. 

 

Hannelore Daniel wies anhand von Luftbildern auf die unter dem Boden versteckten Spuren früherer Besiedlung in der Region hin. Während der Vegetationsperiode zeigen Pflanzen meist durch ein satteres Grün, dass unter ihnen Reste alter Siedlungsspuren verborgen sind. Anhand von digitalen Geländemodellen veranschaulichte sie die deutlich sichtbaren Aufschüttungen der Ringwallanlage in Rittershausen und weiteren keltischen Anlagen in Hessen. Ganz aktuell berichtete sie vom Fund eines großen römischen Militärlagers bei Gladenbach. Damit reiht sich diese Entdeckung in weitere ähnliche Funde im Lahntal ein und lässt sich wahrscheinlich auf die Zeit um 55 und 53 v. Chr. datieren. In dieser Zeit hatte Cäsar zweimal den Rhein überquert und einen kurzen Feldzug gegen die Kelten geführt. 

 

Aus dieser Epoche sind keltische Münzen, Werkzeuge, Waffen und Schmuck erhalten geblieben, die auf eine hohe Kunstfertigkeit und hervorragendes Wissen über die Eisenverarbeitung der Kelten schließen lassen. Ebenso belegen die Funde römischer Gegenstände deren Anwesenheit, wie z. B. das Römische Forum Waldgirmes.

 

Mit ihren spannenden Einblicken in die Vergangenheit der Region fesselte Hannelore Daniel die Besucher. Anschließend gab es – bei einer deftigen Haubergssuppe im Restaurant des Nationalen Automuseums – Zeit zum Austausch.

 

Am 10. Juni wird die Reihe mit „Die historische Grenze von Nassau gegen Hessen – Verlauf und geschichtliche Besonderheiten“ von Jürgen Daum fortgesetzt.

 

Bild: 
Prof. Dr. Hannelore Daniel präsentiert den Geschichtsinteressierten Funde von der keltischen Siedlung auf dem Dünsberg bei Gießen.


Beschreibung

Die Geschichtswerkstatt Neuhütte Dietzhölztal e. V. widmet sich der über 2500-jährigen spannenden Geschichte unserer Heimat – seit den Kelten, die hier schon in der Frühlatènezeit siedelten, bis in die Neuzeit. Dabei ist unser Schwerpunkt das obere Dietzhölztal (Rittershausen, Ewersbach, Mandeln, Steinbrücken). Durch vielfältige – jahrhundertealte Verbindungen – in die Region beziehen wir diese ebenfalls ein. Wir arbeiten mit namhaften Wissenschaftlern, Universitäten, Landesarchiven … zusammen und freuen uns über Geschichtsinteressierte, die bei uns mitarbeiten möchten! Für alle Geschichtsinteressierten haben wir einen monatlichen Stammtisch im Bebop (Ewersbach). Ab 19 Uhr, jeden letzten Donnerstag im Monat (soweit es kein Feiertag ist).