Erster Bürgermeister Achim Höfling eröffnete am 01.07.2026 um 19:30 Uhr die 11. Sitzung des Gemeinderates, begrüßte alle Anwesenden, stellte die ordnungsgemäße Ladung und Beschlussfähigkeit des Gemeinderates fest. Die Tagesordnung (öffentlicher und nichtöffentlicher Sitzungsteil) wurde einstimmig angenommen. Die Gemeinderatssitzung endete mit einem nichtöffentlichen Sitzungsteil.
Anwesende Gemeinderäte und Ortssprecher:
Achim Höfling, Steffen Zöller, Nico Harde, Markus Bähr, Christine Binner, Chistina Gold, Kilian Häusler, Florian Hoßmann, Theresa Jansen, Susanne Keller, Holger König, Daniel Lambrecht, Thomas Obert, Thomas Reitz, Martin Scheuner, Martina Utsch, Franziska Wolf, Reiner Dvorak
Abwesende Personen:
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1 Anerkennung der Niederschrift der Gemeinderatssitzung vom 09.06.2026
Dem Gemeinderat wurde die Niederschrift der Gemeinderatssitzung vom 09.06.2026 zur Kenntnisnahme freigegeben. Der Gemeinderat ist mit der Niederschrift einverstanden.
2 Beratung und Beschluss über den Bauantrag zum Anbau an ein Wohnhaus auf dem Grundstück Fl.Nr. 4317, "Siedlungsstr. 5" in Aschfeld
Der Eigentümer des Grundstück Fl.Nr. 4317 „Siedlungsstraße 5“ in Aschfeld plant die Errichtung von zwei Anbauten an seinem Wohnhaus, sowie den Rückbau eines Nebengebäudes und Wiederaufbau mit einer Doppelgarage. Das Vorhaben befindet sich im Geltungsbereich des Bebauungsplans „Ilben, Krautweg, Hinterm Hof“. Die Vorhaben entsprechen alle den Vorgaben des Bebauungsplans. Die Nachbarn haben dem Vorhaben zugestimmt.
Beschluss:
Der Gemeinderat stimmt für den Bauantrag auf Errichtung von zwei Anbauten sowie dem Rückbau eines Nebengebäudes und Wiederaufbau als Doppelgarage auf dem Grundstück Fl.Nr. 4317 („Siedlungsstr. 5“) in Aschfeld.
Einstimmig beschlossen Ja 17 Nein 0
3 Beratung und Beschluss über den Bauantrag zur Errichtung einer Doppelgarage mit Abstellraum auf dem Grundstück Fl.Nr. 124, "Aschfelder Str. 75" in Aschfeld
Der Eigentümer des Grundstück Fl.Nr. 124 in Aschfeld („Aschfelder Straße 75“) plant die Errichtung eines Nebengebäudes (Doppelgarage mit Abstellraum) auf seinem Grundstück. Das Vorhaben befindet sich im unbeplanten Innenbereich von Aschfeld. Das bedeutet, dass es zum Charakter der Umgebung passen muss. Die Eigenart der Umgebung entspricht der eines dörflichen Wohngebietes gem. § 5a BauNVO. Das Vorhaben passt dazu und die Nachbarn haben dem Vorhaben zugestimmt.
Daniel Lambrecht erkundigt sich, ob genügend Stellplätze vorhanden sind. Parkmöglichkeiten gibt es an drei Seiten der geplanten Doppelgarage sowie in ihr. Martin Scheuner findet die große Zahl an Parkmöglichkeiten positiv, da dadurch weniger Autos auf der Straße parken.
Beschluss:
Der Gemeinderat stimmt für den Bauantrag auf Errichtung einer Doppelgarage mit Abstellraum auf Fl.Nr. 124 („Aschfelder Str. 75 “) in Aschfeld.
Einstimmig beschlossen Ja 17 Nein 0
4 Beratung und Beschluss über den Bauantrag zum Anbau an ein Wohnhaus auf dem Grundstück Fl.Nr. 773, "Am Blassenpfad 2" in Obersfeld
Der Eigentümer des Grundstück Fl.Nr. 773 in Obersfeld („Am Blassenpfad 2“) plant einen Anbau an sein Wohnhaus. Das Vorhaben liegt im unbeplanten Innenbereich von Obersfeld. Die Eigenart der Umgebung entspricht gemäß § 5 BauNVO der eines Dorfgebietes. Das Vorhaben fügt sich nach Art und Maß in die Umgebung ein. Die Nachbarn haben dem Vorhaben zugestimmt.
Beschluss:
Der Gemeinderat stimmt für den Bauantrag auf Anbau an ein Wohnhaus auf Fl.Nr. 773 („Am Blassenpfad 2“) in Obersfeld.
Einstimmig beschlossen Ja 16 Nein 0 Persönlich beteiligt 1
Gemäß Art. 49 GO kann Thomas Reitz wegen persönlicher Beteiligung an der Beratung und Abstimmung nicht teilnehmen.
5 Beratung über ein mögliches Dorfzentrum in Obersfeld
Der Wunsch nach einem Dorfzentrum in Obersfeld besteht bereits seit längerer Zeit. Bereits in der Amtszeit von Bürgermeister Dieter Schneider erwarb die Gemeinde drei nebeneinanderliegende Gebäude zwischen der Obersfelder Straße und der Wintertalstraße. Die Gebäude liegen in der Nähe des Dorf- und Festplatzes vor dem Feuerwehrhaus, befinden sich jedoch in einem schlechten und nicht mehr bewohnbaren Zustand. Außerdem befindet sich die Alte Schule in der Obersfelder Straße 13 im Eigentum der Gemeinde und kommt ebenfalls als möglicher Standort für ein Dorfzentrum in Betracht.
Vor der Sitzung besichtigt der Gemeinderat die verschiedenen möglichen Standorte.
Alte Schule
Die Alte Schule verfügt im Erdgeschoss über eine Mietwohnung, die seit Ende 2025 aufgrund eines Wasserschadens nicht bewohnbar ist. Im Obergeschoss befinden sich ein Saal, ein Besprechungsraum sowie ein Gymnastikraum.
Festplatz vor dem Feuerwehrhaus
Am bestehenden Festplatz vor dem Feuerwehrhaus bestehen erhebliche Einschränkungen. Während Veranstaltungen sind die Ausfahrten aus dem Feuerwehrhaus und den Höfen der Anwohner blockiert. Zudem liegt der Platz unmittelbar an einer recht stark befahrenen Straße. Die kleinen Toiletten im Feuerwehrhaus sind für Veranstaltungen unzureichend.
Bereich zwischen Obersfelder Straße und Wintertalstraße
Zwischen der Obersfelder Straße und der Wintertalstraße befinden sich inzwischen vier gemeindeeigene Gebäude, die teilweise abgerissen werden könnten. Der Bürgermeister stellt eine bereits vor einigen Jahren erarbeitete Entwurfsplanung für eine Dorfzentrum auf dieser Fläche vor. Diese sieht ein aufgeständertes Gemeinschaftshaus für etwa 100 Personen mit WC-Anlage und Lagerräumen vor.
An der Bürgerbeteiligung zwei Tage vor der Sitzung mit rund 45 Obersfeldern wurden bereits Ideen für die Verwendung der Liegenschaften vorgebracht:
Zur Alten Schule: Für die Alte Schule wird vorgeschlagen, im Erdgeschoss einen großen Bürgersaal einzurichten. Als Nachteile werden allerdings die fehlenden Parkmöglichkeiten sowie die Lage an der Hauptstraße genannt, die insbesondere für spielende Kinder gefährlich ist. Als Alternativen werden eine Nutzung als Geschäftsräume oder eine Vermietung als Wohnung vorgeschlagen.
Zum Bereich zwischen Obersfelder Straße und Wintertalstraße: Es wird vorgeschlagen gegenüber des jetzigen Festplatzes das untere Gebäude abzubrechen und dort einen neuen Festplatz mit Toiletten, Küche und Lagerräumen zu errichten. Überdachungen könnten Platz für Ausschank und Sitzgelegenheiten schaffen. Die beiden oberen Gebäude könnten ebenfalls abgebrochen und die Flächen als Parkplätze beziehungsweise Grünflächen genutzt werden. Als Problem wird die notwendige Abstützung der Kreisstraße genannt.
Weitere Hinweise aus der Bürgerbeteiligung: Es wird angeregt, einen vorhandenen Gewölbekeller für kleinere Feiern herzurichten. Zudem wird der Wunsch geäußert, an der Tretanlage Toiletten zu errichten. Außerdem wird die mögliche Konkurrenz eines neuen Dorfzentrums zu den Räumlichkeiten des SVO angesprochen.
Christina Gold erkundigt sich nach der Stimmung in der Bevölkerung und verweist darauf, dass sich in Bühler ein Großteil der Bürger nicht hinter die Errichtung eines Dorfzentrums gestellt habe. Da lediglich rund 45 Bürger an der Bürgerbeteiligung teilgenommen haben, fragt sie nach der Akzeptanz des Vorhabens in Obersfeld. Der Bürgermeister bewertet die Beteiligung von rund zehn Prozent der Obersfelder Bevölkerung als sehr positiv. Ihm sei eine frühzeitige Einbindung der Bürgerschaft besonders wichtig, um Planungsfehler zu vermeiden. Thomas Obert ergänzt, dass auch in Bühler die Bevölkerung bei der Planung des Bürgerzentrums intensiv beteiligt worden sei.
Markus Bähr spricht sich dafür aus, durch den Abbruch der Gebäude im Bereich der Treppe zusätzlichen Platz zu schaffen. Welche Gebäude letztlich erhalten werden, müsse jedoch noch geprüft werden.
Florian Hoßmann regt an, zunächst den Denkmalschutz sowie die Zuständigkeit für die Absicherung der Kreisstraße mit dem Landkreis zu klären. Den unteren Bereich hält er grundsätzlich für geeignet.
Daniel Lambrecht weist darauf hin, dass sich auf dem Gelände mehrere Gewölbekeller befinden. Er schlägt vor, ein jüngeres Gebäude zu erhalten und in das Gesamtkonzept einzubeziehen, da dieses erst etwa 35 Jahre alt ist und gleichzeitig als Lärmschutz dienen könne.
Thomas Obert spricht sich für die Beauftragung eines Ingenieurbüros aus. Die Zusammenarbeit zwischen Bürgerschaft und Gemeinderat habe sich bereits in der Vergangenheit bewährt. Außerdem solle das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) wegen möglicher Förderprogramme frühzeitig eingebunden werden. Auf Nachfrage von Christina Gold erläutert der Bürgermeister, dass die Planungskosten in der Regel etwa 20 Prozent der geschätzten Baukosten betragen.
Martin Scheuner spricht sich dafür aus, zunächst den Denkmalschutz einzubinden und gemeinsam mit dem Landkreis die Frage der notwendigen Abstützung der Kreisstraße zu klären, bevor ein Ingenieurbüro beauftragt wird. Thomas Reitz unterstützt dieses Vorgehen. Darüber hinaus regt er an zu prüfen, ob die Milchsammelstelle in ein Gesamtkonzept integriert werden kann. Außerdem müsse die Bevölkerung weiterhin intensiv in die Planungen eingebunden werden.
Martin Scheuner erkundigt sich nach der Möglichkeit, eine Arztpraxis anzusiedeln. Achim Höfling fände das toll, weist aber darauf hin, dass eine überregionale Bedarfsplanung festlegt, wo sich ein neuer Arzt niederlassen kann – dies entscheidet nicht der Arzt alleine oder gar die Kommune.
Daniel Lambrecht erinnert daran, dass die Alte Schule noch mit Ölöfen beheizt wird. Insbesondere im Gymnastikraum bereitet die Heizung Probleme. Mittelfristig müsse hierfür eine Lösung gefunden werden. Dieses Thema wurde auch bei der Bürgerbeteiligung angesprochen.
Der Bürgermeister fasst die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zusammen. Der Tenor gehe dahin, die meisten Gebäude zwischen der Obersfelder Straße und der Wintertalstraße abzubrechen und lediglich die alte Milchsammelstelle und das jüngere Gebäude zu erhalten, um dort einen größeren Bereich für Feste und Veranstaltungen zu schaffen.
Offen bleibe insbesondere die zukünftige Nutzung der Alten Schule. Achim Höfling hält einen Verkauf für schwierig, dies zeige die Erfahrung mit anderen gemeindlichen Gebäuden. Thomas Obert geht davon aus, dass der Denkmalschutz für einen Umbau kein Hindernis darstellt, spricht sich jedoch dafür aus, diesen in die weiteren Planungen einzubeziehen. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Alte Schule unter Denkmalschutz steht. Christina Gold fragt nach der Nutzung der Alten Schule durch die örtlichen Vereine. Mehrere Vereine nutzen die Räumlichkeiten regelmäßig.
Florian Hoßmann kann sich vorstellen, das Erdgeschoss künftig für Feierlichkeiten zu nutzen und dabei gleichzeitig Barrierefreiheit zu schaffen. Franziska Wolf bringt betreutes Wohnen für Senioren als mögliche Nutzung ins Gespräch. Susanne Keller schlägt vor, soziale Träger einzubinden und mögliche Unterstützungsangebote zu prüfen. Achim Höfling spricht sich für den Erhalt der Vereinsräume im Obergeschoss aus.
Christina Gold befürwortet eine zentrale Lagermöglichkeit im Erdgeschoss. Thomas Reitz weist darauf hin, dass das Inventar der Vereine derzeit auf zahlreiche Standorte im Dorf verteilt ist. Er spricht sich für eine Lagerhalle am Dorfplatz sowie für die Erstellung eines Gesamtkonzeptes aus, um die Kosten besser abschätzen zu können. Florian Hoßmann schlägt vor, ein Gebäude am Festplatz als Lager zu nutzen. Susanne Keller gibt zu bedenken, dass Fördermittel überwiegend für die Entsiegelung von Flächen zur Verfügung stehen.
Abschließend wird über die zukünftige Nutzung der ehemaligen Mietwohnung im Erdgeschoss der Alten Schule beraten. Achim Höfling fragt, ob die Wohnung weiterhin als Mietwohnung genutzt werden soll. Der Bürgermeister erläutert, dass die Mieterin aufgrund des Wasserschadens derzeit anderweitig untergebracht ist. Die Kosten für die Ersatzwohnung übernimmt die Versicherung. Für die Sanierung werden Kosten zwischen 30.000 und 50.000 Euro erwartet, die Versicherungsleistung deckt diese jedoch nur teilweise.
Thomas Obert schlägt vor, zunächst die Entscheidung des Denkmalschutzes abzuwarten. Thomas Reitz fragt, ob eine Kündigung des Mietverhältnisses möglich wäre. Nach Auskunft eines Rechtsanwalts ist dies nicht zulässig.
Thomas Reitz regt an, zusätzlich die Mitarbeiter des Bauhofes um eine fachliche Einschätzung zu bitten. Der Bürgermeister berichtet, dass dies bereits geschehen ist. Eine halbwegs günstige Notreparatur würde lediglich wenige Jahre halten. Zudem hat der Bauhof aufgrund zahlreicher anderer Aufgaben keine personellen Kapazitäten für eine umfassende Sanierung. Deshalb wurde bereits Kontakt zu einem Verputzer aufgenommen. Sein Angebot liegt der Gemeinde aber derzeit noch nicht vor.
6 Information über das Leerstandskataster der Gemeinde Eußenheim
Aufgrund einer Nachfrage aus einer vorherigen Sitzung informiert Achim Höfling, dass es weder eine gesetzliche Verpflichtung noch einen Gemeinderatsbeschluss gibt, der die Gemeinde zur Führung eines Leerstandskatasters verpflichtet. Das Leerstandskataster der Gemeinde Eußenheim wurde im Jahr 2019 als Access-Datenbank angelegt. Im Jahr 2022 erfolgt eine umfassende Aktualisierung. Im Jahr 2024 werden lediglich die neu ausgewiesenen Bauplätze eingepflegt. In den letzten Wochen hat Bauamtsleiter Sebastian Heun das Kataster erneut vollständig aktualisiert.
Er berichtet, dass die Eigentümer von über 80 unbebauten Baugrundstücken bereits in den Jahren 2020 und 2024 persönlich angeschrieben wurden. Sie wurden in einer Umfrage unter anderem gefragt, ob sie grundsätzlich bereit wären, die Grundstücke z.B. an eine junge Familie aus dem Ort zu veräußern. Allerdings waren dazu nur wenige bereit.
Sebastian Heun stellt die Auswertung des aktuellen Leerstandskatasters vor. In ihm werden derzeit insgesamt 75 leerstehende Gebäude im Gemeindegebiet erfasst. Er zeigt die Standorte der Leerstände anhand mehrerer Karten und erläutert besondere Situationen. So weist er darauf hin, dass manche der Gebäude schon verkauft sind oder sich bereits im Umbau befinden.
So verteilen sich die Leerstände auf die Ortsteile:
Eußenheim: 20
Aschfeld: 15
Münster: 6
Bühler: 6
Hundsbach: 10
Obersfeld: 18
Aus datenschutzrechtlichen Gründen kann die Übersicht der leerstehenden Gebäude nicht auf der Gemeindehomepage veröffentlicht werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Eigentümer um ihre Zustimmung für eine Veröffentlichung zu bitten.
Thomas Reitz schlägt vor, Eigentümer, die ihre Immobilie bereits über Kleinanzeigen.de oder vergleichbare Plattformen anbieten, anzufragen, ob die Gemeinde die Verkaufsanzeige zusätzlich auf ihrer Homepage veröffentlichen darf. Thomas Obert spricht sich dafür aus, Eigentümer aktiv beim Verkauf ihrer Grundstücke oder Gebäude zu unterstützen.
Franziska Wolf weist darauf hin, dass aufgrund der demografischen Entwicklung in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren mit einer deutlichen Zunahme von Leerständen zu rechnen sei. Sie erkundigt sich bei Susanne Keller, wie andere Kommunen mit dieser Entwicklung umgehen. Susanne Keller schlägt vor, dieses Thema im Rahmen der Klausurtagung des Gemeinderates im Herbst ausführlich zu behandeln.
Florian Hoßmann betont, dass die Schaffung und Aktivierung von Wohnraum künftig ein wichtiger Schwerpunkt des Gemeinderats darstellen müsse. Er regt an, Anreize zu schaffen, damit Eigentümer einen beabsichtigten Verkauf ihrer Immobilien freiwillig an die Gemeinde melden.
Thomas Obert spricht sich dafür aus, das Leerstandskataster gemeinsam mit dem Baulückenkataster kontinuierlich fortzuführen und weiterzuentwickeln.
Geschäftsleiter Sebastian Heun berichtet, dass die Nachfrage nach Bauplätzen und leerstehenden Gebäuden derzeit geringer als früher sei. Der Gemeinde lägen nur wenige Anfragen vor.
Achim Höfling schildert, dass viele freiwerdende Häuser oft nur kurz leer stünden, weil junge Familien, die auf der Suche nach einem Haus im eigenen Ort sind, sehr schnell auf die Eigentümer zugingen und ein Angebot machen. Er befürwortet es, wenn einheimische Bürger hier umbauen oder bauen, da sich diese Leute bereits im Gemeindeleben und in den Vereinen engagieren und damit die Dorfgemeinschaft stärken.
Nico Harde erkundigt sich, welche Informationen Interessenten im Rathaus erhalten können. Es wird erläutert, dass die Verwaltung nur Auskünfte über Verkaufsobjekte geben kann, wenn sie weiß, dass der Eigentümer verkaufen will. Diese melden dies in der Regel aber nicht der Gemeinde.
Thomas Obert weist darauf hin, dass die Gemeinde verpflichtet sei, neue Bauplätze bereitzustellen. Christina Gold sieht die Gemeinde darüber hinaus in der Verantwortung, als zentrale Anlauf- und Kontaktstelle für Interessenten zu fungieren.
Achim Höfling schlägt vor, die Eigentümer leerstehender Gebäude im Rahmen einer Umfrage zu ihrer Verkaufsbereitschaft zu befragen. Franziska Wolf unterstützt diesen Vorschlag und spricht sich ebenfalls dafür aus, dass die Gemeinde als Kontaktstelle insbesondere für junge Familien auftreten soll.
Die Themen Aktivierung von Leerständen und Wohnraumschaffung sollen im Rahmen der Klausurtagung weiter vertieft werden.
7 Informationen aus der Verwaltung
Festsetzung HQ100-Bereich des Aschbachs
Am 18. Juni 2026 fand in Karlstadt eine Anhörung zur Festsetzung des HQ100-Bereichs am Aschbach statt. Das Landratsamt wollte dabei den betroffenen Grundstückseigentümern Gelegenheit geben, ihre Einwendungen vorzutragen und Forderungen geltend zu machen.
Zweiter Bürgermeister Steffen Zöller nahm als Vertreter der Gemeinde an der Anhörung teil und berichtet von teilweise sehr emotional geführten Diskussionen. Die Vertreter des Landratsamts Main-Spessart erläuterten gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt die fachlichen Grundlagen der Festsetzung und behandelten die eingegangenen Einwendungen einzeln.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle baulichen Anlagen und Gegenstände, die bei einem Hochwasser weggeschwemmt werden könnten, entsprechend zu sichern sind. Weiter wurde erläutert, dass durch die Schaffung von Retentionsflächen innerhalb eines Radius von einem Kilometer unter bestimmten Voraussetzungen kleinere Bauvorhaben im HQ100-Bereich ermöglicht werden können. Eine Verpflichtung der Gemeinde zur Bereitstellung solcher Retentionsflächen besteht jedoch nicht.
Außerdem besteht für betroffene Grundstückseigentümer die Möglichkeit, individuelle Beratungstermine beim Wasserwirtschaftsamt wahrzunehmen, um geeignete Hochwasserschutzmaßnahmen für ihre Grundstücke zu besprechen. Die Gemeinde könne ein gefördertes Hochwasserschutzkonzept erstellen lassen.
Der Bürgermeister erinnert daran, dass der Gemeinderat nach dem letzten Starkregen bewusst beschlossen hat, auf die damals geplante Erstellung eines Sturzflut-Risikomanagement-Konzepts zu verzichten. Grund war, dass es bis zu zwei Jahre gedauert hätte bis das Konzept vorliegt, in fünf Flurgängen mit Grundstückseigentümern, Landwirten, Gemeinderäten und interessierten Bürgern bereits zahlreiche Maßnahmen vorgeschlagen wurden und die Kosten (Gemeindeanteil für das Konzept: ca. 50.000 €) lieber in Maßnahmen als in ein Konzept gesteckt werden sollten. Er könne sich aber vom Wasserwirtschaftsamt zu einem Hochwasserschutzkonzept beraten lassen.
Susanne Keller erkundigt sich, ob sich die Grenze des HQ100-Gebiets künftig noch verschieben könne. Dies ist eher unwahrscheinlich.
Starkregenvorsorge/Wegepflege
Der Bürgermeister informiert über die Fortführung der Arbeiten zur Starkregenvorsorge in der Gemarkung Obersfeld. Maßnahmen werden in den Bereichen Katzenkohl, Bessinger Spitze und Bauholz umgesetzt. Dort wurden in Absprache mit der Jagdgenossenschaft Durchlässe freigemacht, Gräben instandgesetzt, ein Wasserrückhaltebecken angelegt und zusätzlich Wege auf die ausgemarkerte Breite verbreitert. Der Bürgermeister zeigt Bilder der durchgeführten Arbeiten.
Thomas Reitz weist darauf hin, dass im Bereich Katzenkohl und an der Bessinger Spitze die vorhandene Entwässerung vollständig zerstört gewesen sei. Seiner Auffassung nach handelt es sich bei den ausgeführten Arbeiten in erster Linie um die Instandsetzung der Wege und der Entwässerungseinrichtungen und nicht um zusätzliche Maßnahmen der Starkregenvorsorge.
Haarnadelkurve zw. Aschfeld und Heßlar
Der Bürgermeister informiert, dass die durch das Starkregenereignis beschädigte Haarnadelkurve Mitte Juni durch die beauftragte Baufirma instandgesetzt und befestigt wurde. Die Bepflanzung der Böschung stehe noch aus.
Martin Scheuner erkundigt sich, welche Art der Böschungsbefestigung und Bepflanzung vorgesehen sei. Markus Bähr erläuterte, dass drei bis vier Reihen Natursteinquader eingebaut wurden. Ergänzend sei eine Bepflanzung mit tiefwurzelnden Pflanzen sowie Böschungsrasen vorgesehen.
Neue 20 kV-Leitung zwischen Aschfeld und Münster
Der Bürgermeister informiert, dass die Bayernwerk Netz GmbH das regionale 20-kV-Stromnetz ausbaut, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Die neue 20-kV-Leitung verläuft von der Bahnbrücke am Ried entlang des Radweges, unterquert die B 27 und führt anschließend über die alte Straße nach Aschfeld bis zum Ilben. Dort wurde bereits eine neue Trafostation errichtet. Von dort aus wird die Leitung bis zum gemeindlichen Bauhof und anschließend über die alte Straße nach Münster weitergeführt. Der Baubeginn ist für Juli 2026 vorgesehen; die vorbereitenden Arbeiten haben bereits in dieser Woche begonnen.
Martin Scheuner erkundigt sich, ob durch die Baumaßnahme Einschränkungen zu erwarten seien. Der Bürgermeister bestätigt dies. Er habe gegenüber der Bayernwerk Netz GmbH beanstandet, dass die Gemeinde im Vorfeld nicht über den Termin und andere Details bei der Errichtung von zwei Trafostation informiert worden sei und er deshalb vorübergehend einen Baustopp veranlasst hatte. Inzwischen seien die offenen Fragen geklärt, sodass die Arbeiten fortgesetzt werden.
Erneuerung Bahnbrücke am Riedweg
Seit dem 26.06.2026 bis voraussichtlich 24.08.2026 fahren wegen des Ersatzneubaus der Bahnbrücke am Ried keine Züge auf der Strecke Waigolshausen – Gemünden. Zwischenzeitlich wurde die neue Bahnbrücke neben der bestehenden fertiggebaut. Nun kann die alte Brücke abgerissen und die neue Brücke anschließend eingeschoben werden. Der Bürgermeister zeigt dem Gemeinderat Bilder der neu gefertigten Brücke.
Verlegung Stromkabel von PV-Anlage nach Gambach
Die Verlegung der Stromkabel für die PV-Anlage zwischen Gambach und Gössenheim ist abgeschlossen. In der kommenden Woche beginnt die Verlegung von der PV-Anlage nach Gössenheim. Hierfür ist es erforderlich, dass einzelne Feld- und Spazierwege in den nächsten vier bis fünf Wochen tageweise gesperrt werden müssen.
Verlegung Stromkabel von Windpark nach Gambach
Von Juli bis voraussichtlich Ende September 2026 werden die Stromkabel vom Windpark in Hundsbach nach Gambach verlegt. Da zeitgleich die Arbeiten zur Verlegung der Stromkabel für die PV-Anlage stattfinden, können die Leitungen zumindest auf einer Strecke von rund 900 Metern gemeinsam in einem Kabelgraben verlegt werden.
Hundsbacher Straße
Aktuell wird in der Hundsbacher Straße ein Schiebertausch durchgeführt. Aufgrund der Arbeiten ist die Straße halbseitig gesperrt.
Schulwegsicherheit am Dorfplatz Eußenheim
Am 23.06.2026 fand eine Begehung am Dorfplatz mit Zweitem Bürgermeister Steffen Zöller, Vertretern der Polizei, des Straßenbauamtes sowie der Schülerlotsenbetreuerin statt. Ziel der Begehung war es, weitere Details zur Verbesserung der Schulwegsicherheit festzulegen. Auf Höhe der Bushaltestelle wird an Schultagen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h eingerichtet. Zudem soll im Bereich der Bushaltestelle ein Fußgängerüberweg eingezeichnet werden. Die Umsetzung der Maßnahmen ist vor Beginn des neuen Schuljahres vorgesehen.
Waldbegang
Am Mittwoch, 22. Juli 2026 findet der Waldbegang für den Gemeinderat statt. Treffpunkt ist um 19.00 Uhr auf dem Parkplatz des SV Obersfeld.
Susanne Keller erkundigt sich, wer für die Pflege des Grabes von Pfarrer Stanislaus zuständig ist. Der Bürgermeister sagt zu, dies zu klären.
Thomas Reitz weist darauf hin, dass das Geschwindigkeitsmessgerät am Ortsausgang von Obersfeld wiederholt nicht funktioniert. Er informiert, dass es inzwischen auch Messgeräte mit Solarpanelen gibt. Der Bürgermeister erläutert, dass das vorhandene Gerät nicht defekt sei, sondern lediglich der Akku aufgeladen werden müsse.
Thomas Obert berichtet über Beschwerden zum landwirtschaftlichen Weg an der Hofriedgasse. Gartenbesitzer hätten sich über die Staubentwicklung beklagt, da Obst und Gemüse in den angrenzenden Gärten dadurch verschmutzt würden. Er regt an, den Weg mit einer neuen Asphaltdecke zu versehen.
Reiner Dvorak moniert, dass Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Tiere häufig nicht beseitigen. Der Bürgermeister verweist darauf, dass er erst kürzlich in seinen Mitteilungen auf dieses Problem hingewiesen habe. Susanne Keller fragt, ob im Wasserschutzgebiet zusätzliche Hinweisschilder für Hundebesitzer aufgestellt werden könnten. Der Bürgermeister teilt mit, dass dort bereits entsprechende Schilder vorhanden sind.
Nico Harde informiert über die Parksituation an der Ecke Langgasse/Kellereigasse, die durch Gäste einer Ferienwohnung verursacht werde. Er erkundigt sich, ob für eine Ferienwohnung Stellplätze nachzuweisen sind. Dem Bürgermeister ist keine Nutzungsänderung des Wohnhauses in eine Ferienwohnung bekannt. Das Landratsamt wurde bereits informiert. Der Bürgermeister wird dort den Sachstand erfragen.
Markus Bähr erinnert daran, dass das Starkregenschutzkonzept für die Gemeinde vor zwei Jahren erstellt wurde. Die darin vorgesehenen Maßnahmen müssten konsequent weiter umgesetzt werden. Beim Unwetter in der vergangenen Nacht habe die Gemeinde nach seiner Einschätzung Glück gehabt.
Daniel Lambrecht weist darauf hin, dass der Radweg am „Schwarzen Mann“ gemulcht werden müsse. Zudem werde die Fahrbahn durch den Bewuchs immer schmaler und weise bereits Schäden auf. Thomas Reitz ergänzt, dass der Asphalt am Wiesenweg in Richtung Gauaschach uneben eingebaut worden sei. Nach seiner Auffassung seien die Arbeiten des Bauhofs dort nicht fachgerecht ausgeführt worden. Thomas Obert betont in diesem Zusammenhang, dass die Mitarbeiter des Bauhofs für solche Arbeiten entsprechend eingewiesen werden sollten.
Florian Hoßmann bemängelt, dass das Bankett an der Straße zum Lagerplatz am Riedweg in Richtung Gössenheim weiterhin beschädigt sei und bislang keine Ausbesserungsarbeiten erfolgt seien. Sebastian Heun informiert, dass die Maßnahme bislang noch nicht abgenommen wurde. Die beauftragte Firma werde die erforderlichen Nacharbeiten noch ausführen.
Kilian Häusler teilt mit, dass an der Wasserentnahmestelle in Aschfeld ein Rohrbogen entwendet wurde.
Martin Scheuner greift seine Anfrage aus der letzten Sitzung auf und erkundigt sich, wer für das Mähen bzw. Mulchen der Wanderwege zuständig ist. Markus Bähr erklärt, dass die Jagdgenossenschaften die Wege gelegentlich mähen.
Mit Dank für die gute Mitarbeit schloss Erster Bürgermeister Achim Höfling um 21:20 Uhr den öffentlichen Sitzungsteil der 11. Sitzung des Gemeinderates.
