Die Familienerholung Sulzbürg auf dem Schlossberg hat mit einem rauschenden Fest ihren 100. Geburtstag gefeiert – ein stolzes Jubiläum für eine Einrichtung, die Elisabeth Nägelsbach einst gründete, um Menschen in schwierigen Lebenslagen Erholung, Gemeinschaft und neue Perspektiven zu schenken. Bis heute hat die Familienerholung nichts von ihrer Attraktivität und Aktualität verloren – im Gegenteil: Gerade in einer Zeit, die viele Menschen vor große Herausforderungen stellt, ist ein Ort wie dieser wichtiger denn je.
Von Anfang an entwickelte sich die Familienerholung Sulzbürg zu einer festen diakonischen Einrichtung, überstand die schwierigen Jahre des Nationalsozialismus und bot nach dem Zweiten Weltkrieg tausenden Flüchtlingen und Heimkehrerinnen Zuflucht. Auch Menschen, die von Katastrophen betroffen waren oder nach der Corona-Pandemie neue Kraft suchten, fanden hier Erholung, Zuversicht und Gemeinschaft. Heute ist die Familienerholung Sulzbürg ein lebendiger Treffpunkt für Familien, Gruppen und Bildungsarbeit – mit einem Angebot, das sich stetig weiterentwickelt.
Der festliche Auftakt des Jubiläums begann mit einem bewegenden Festgottesdienst in der Schlosskirche St. Michael. Kein Platz blieb frei, als Dekanin Christiane Murner, Pfarrer Konrad Schornbaum und Lektorin Birgitt Heim gemeinsam den Gottesdienst gestalteten, musikalisch umrahmt von Johanna Bartmann an der Orgel. In ihrer Predigt betonte Dekanin Murner eindrucksvoll die Bedeutung von Menschenrechten und Menschenwürde – unabhängig von Nationalität oder Hautfarbe – und würdigte die Familienerholung als einen Ort, der in seiner 100-jährigen Geschichte unzählige Menschen zusammengeführt, getröstet und gestärkt hat.
Im anschließenden Festakt, den der Männergesangverein Sulzbürg musikalisch umrahmte, wurde einmal mehr deutlich, wie stark das soziale Engagement vor Ort verankert ist. Der Vorsitzende des Freundesrings Sulzbürg, Christoph Hammerbacher, freute sich über die zahlreichen Gäste und durfte mit MdB Susanne Hierl, stellvertretendem Landrat Marco Gmelch und Bürgermeister Dr. Martin Hundsdorfer auch hochrangige politische Vertreter begrüßen. Ein besonderer Gruß galt Dekan Stefan Wingen, der mit seiner Anwesenheit das ökumenische Miteinander unterstrich.
In ihren Ansprachen zollten Susanne Hierl, Marco Gmelch und alle weiteren Redner der Arbeit in Sulzbürg großen Respekt und sprachen ihren Dank aus. Bürgermeister Hundsdorfer hob die besondere Geschichte des Ortes hervor, in dem Ökumene und jüdisches Leben seit jeher einen festen Platz haben – die Familienerholung fügt sich nahtlos in dieses Bild des gelebten Miteinanders ein. Ein Gruß galt auch Michael Neudorfer, Chef des „Würfelspiels“ aus Frankenburg (Oberösterreich), der gut eine Woche vor der Partnerschaftsgründung mit Mühlhausen den Weg nach Sulzbürg gefunden hatte.
Für einen unvergesslichen Tag sorgten Annette Braun, Maria Fürst und das gesamte Team der Familienerholung: Bei Livemusik, kulinarischen Spezialitäten, Kinderaktionen, Theater, historischem Handwerk und Hausführungen war für jeden etwas geboten. Der Andrang war so groß, dass alle Helferinnen und Helfer alle Hände voll zu tun hatten, um den vielen Gästen alle Fragen zu beantworten und Wünsche zu erfüllen.
Wir danken allen, die diesen besonderen Tag möglich gemacht haben – und freuen uns auf viele weitere Jahre Familienerholung Sulzbürg!