Vermehrte Sichtungen von Waschbären im Gemeindegebiet
In den vergangenen Wochen und Monaten wurden in nahezu allen Ortsteilen unserer Gemeinde Waschbären gesichtet. Die Gemeinde nimmt diese Beobachtungen ernst und möchte die Bevölkerung über mögliche Ursachen sowie über geeignete Maßnahmen informieren.
Waschbären sind sehr anpassungsfähige Tiere und finden sich auch in besiedelten Bereichen gut zurecht. Besonders dort, wo sie leicht zugängliche Nahrungsquellen finden, können sie sich dauerhaft ansiedeln. Dabei ist wichtig festzustellen: Nicht eine einzelne Ursache ist für das Auftreten der Tiere verantwortlich. Vielmehr kommen in der Regel mehrere Faktoren zusammen.
Zu den möglichen Nahrungsquellen zählen insbesondere:
- offen zugängliche Müll- und Biomüllbehälter,
- Essensreste auf Komposthaufen,
- achtlos weggeworfene Lebensmittel,
- Tierfutter, das im Freien stehen bleibt,
- Futterstellen für Haustiere, Vögel oder andere Tiere,
- Fallobst und nicht abgeerntetes Obst,
- offene Müllsäcke sowie
- sonstige leicht erreichbare Lebensmittelreste.
Auch das Füttern von Katzen oder anderen Haustieren im Freien ist dabei nicht grundsätzlich das Hauptproblem. Problematisch kann es jedoch werden, wenn größere Mengen Futter über längere Zeit – insbesondere über Nacht – frei zugänglich stehen bleiben. Solche Futterstellen werden häufig nicht nur von den eigentlich vorgesehenen Tieren genutzt, sondern können auch Waschbären und andere Wildtiere anlocken.
Warum ist die Entwicklung problematisch?
Waschbären sind überwiegend nachtaktiv und suchen gezielt nach leicht erreichbarer Nahrung. Haben sie einmal eine ergiebige Futterquelle gefunden, kehren sie häufig dorthin zurück. Zudem können sie Dachböden, Scheunen, Gartenhäuser oder andere geschützte Bereiche als Unterschlupf nutzen und dort Schäden verursachen.
Insbesondere bei einer regelmäßigen künstlichen Futterquelle verlieren Wildtiere zunehmend ihre natürliche Scheu vor menschlichen Siedlungen. Dadurch kann es zu häufigeren Begegnungen und zu einer stärkeren Ansiedlung innerhalb der Ortschaften kommen.
Was können wir gemeinsam tun?
Die Gemeinde bittet deshalb alle Bürgerinnen und Bürger, mögliche Nahrungsquellen auf ihren Grundstücken zu überprüfen und soweit möglich zu beseitigen:
- Müll- und Biotonnen geschlossen halten,
- keine Essensreste offen im Freien lagern,
- Kompost möglichst so gestalten, dass Tiere keinen einfachen Zugang haben,
- Fallobst regelmäßig aufsammeln,
- Haustierfutter nach der Fütterung wieder ins Haus nehmen,
- keine größeren Futtermengen über Nacht im Freien stehen lassen,
- Futterstellen regelmäßig reinigen und
- Zugänge zu Dachböden, Schuppen und anderen möglichen Unterschlüpfen kontrollieren.
Die Sichtungen in fast allen Ortsteilen zeigen, dass es sich nicht um ein Problem einzelner Grundstücke oder Haushalte handelt. Umso wichtiger ist es, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mithelfen.
Ziel ist dabei ausdrücklich nicht, einzelne Personen oder bestimmte Formen der Tierfütterung verantwortlich zu machen. Entscheidend ist vielmehr, das gesamte Nahrungsangebot für Wildtiere innerhalb unserer Ortschaften möglichst gering zu halten.
Dies gilt im Übrigen auch für Ratten. Auch sie werden durch offen zugängliche Lebensmittel, Tierfutter, Abfälle oder andere leicht erreichbare Nahrungsquellen angelockt und können sich bei einem ausreichenden Nahrungsangebot schnell vermehren.
Mit gegenseitiger Rücksichtnahme und einigen einfachen Maßnahmen können wir gemeinsam dazu beitragen, dass sich Waschbären – und auch Ratten – nicht weiter in unseren Ortsteilen etablieren und vermehren.
