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Politischer Frühschoppen der Freien Wähler Ergoldsbach: Abschied, Aufbruch und klare Botschaften zur Kommunalwahl
Freie Wähler Ergoldsbach
22.02.2026, 18:08
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Ergoldsbach, 22. Februar 2026. Traditionell fand der Politische Frühschoppen der Freien Wähler Ergoldsbach auch in diesem Jahr wieder im Hotelgasthof Dallmaier statt – diesmal ganz im Zeichen der bevorstehenden Kommunalwahl. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Freunde und Verwandte der Kandidatinnen und Kandidaten waren der Einladung gefolgt.

Die beiden Ortsvorsitzenden Heike Berger und Christian Bauer eröffneten die Veranstaltung. In ihrer Begrüßung dankten sie besonders der Wirtsfamilie des Hauses für die langjährige Gastfreundschaft sowie allen Gästen für ihr Interesse.


Abschied mit Bilanz: Bürgermeister Ludwig Robold

Den Auftakt der Reden machte Bürgermeister Ludwig Robold, der seine letzte Rede als Bürgermeister bei einem politischen Frühschoppen hielt – er tritt bei der kommenden Wahl nicht mehr an. Entsprechend persönlich fiel sein Rückblick aus.

Robold lobte die Vorstandschaft der Freien Wähler, insbesondere Christian Bauer, der eine hervorragende Kandidatenliste zusammengestellt habe. Das Team bilde die Bevölkerungsstruktur Ergoldsbachs sehr gut ab und sei fachlich wie menschlich stark aufgestellt.

In seiner Bilanz über 18 Jahre im Amt betonte Robold die Bedeutung stabiler Mehrheiten im Gemeinderat, um Projekte verlässlich umsetzen zu können. Nur wenige Anträge seien in dieser Zeit gescheitert. Zu den realisierten Vorhaben zählen unter anderem der Ausbau der Kinderbetreuung mit Kinderhort, Kinderkrippe und Kindergarten, die Modernisierung der Kläranlage sowie die Entwicklung eines Wärmenetzes und eines Kommunalunternehmens mit eigener Energieproduktion.

Auch finanziell stehe Ergoldsbach solide da: nahezu schuldenfrei, mit Rücklagen von rund 2,5 Millionen Euro. Hinzu kamen die Ausweisung eines Gewerbegebiets und die Ansiedlung eines Einkaufszentrums. Mit inzwischen über 9.000 Einwohnern, gesunden Finanzen und guter Infrastruktur – darunter die Anbindung über die B15neu, die Bahnlinie und den MVV – sei Ergoldsbach sehr gut aufgestellt, so Robold.


Alfred Holzner: Herausforderungen für Landkreis und Region

Als zweiter Redner sprach Alfred Holzner, Bürgermeister der Stadt Rottenburg, Bürgermeistersprecher im Landkreis Landshut und Landratskandidat der Freien Wähler. Er begrüßte die anwesenden Bürgerinnen und Bürger sowie die Kandidierenden für Gemeinderat und Kreistag.

Sein besonderer Dank galt Bürgermeisterkandidatin Heike Berger für die Einladung und Unterstützung. Holzner hob ihre Qualifikation hervor, unter anderem durch Ihre Tätigkeit bei der AKDB, wo sie Kommunen bei der Einführung digitalisierter Verwaltungsprozesse unterstützt, ihre langjährige Tätigkeit als Gemeinderätin und 3. Bürgermeisterin sowie ihr Engagement als Vorsitzende des Skiclubs mit rund 800 Mitgliedern.

Holzner sprach von „spannenden Zeiten“, die weit über die Kommunalwahl hinausgingen. Der Katastrophenschutz werde angesichts internationaler Konflikte und politischer Unsicherheiten ausgebaut. Gleichzeitig schwächle die in Niederbayern stark vertretene Automobilindustrie – bedingt durch weltwirtschaftliche Veränderungen und politische Vorgaben. Dies führe zu rückläufigen Einnahmen bei Gewerbe- und Einkommenssteuer.

Dennoch zähle die Region zu den wachstumsstärksten in Deutschland, was hohe Investitionen notwendig mache – etwa in Schulneubauten und -sanierungen, darunter die Realschule Vilsbiburg, das sonderpädagogische Förderzentrum, die Hauswirtschaftsschule sowie Sporthallen und Straßen. Trotz dieser Herausforderungen habe der Landkreis einen Haushaltsüberschuss von 20 Millionen Euro erzielt.

Sorge bereite hingegen das Defizit der Krankenhäuser in Stadt und Landkreis, das sich auf insgesamt 47 Millionen Euro summiere. Die vom Bund bereitgestellten Mittel reichten für Betrieb, Personal und Erhalt nicht aus. Holzner forderte mehr Verantwortung des Bundes. Als wichtigen Schritt bezeichnete er den Zusammenschluss der Kliniken von Stadt und Landkreis gemeinsam mit dem Kinderkrankenhaus – sein Dank geht hier besonders an Oberbürgermeister Alexander Putz für die gute Zusammenarbeit. Ziel sei es, Doppelstrukturen abzubauen, Spezialisierungen zu stärken und eine ortsnahe Gesundheitsversorgung dauerhaft zu sichern.

Kommunen müssten handlungsfähig bleiben, betonte Holzner: durch wirtschaftliches Arbeiten, Investitionen mit Zukunftswert, gezielte Wirtschaftsförderung für Handwerk, Gastronomie, Landwirtschaft und Mittelstand, eine schlagkräftige Verwaltung, Digitalisierung sowie einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr – etwa durch den MVV.


Peter Dreier: Demokratie als Geschenk

Landrat Peter Dreier trat ebenfalls ans Rednerpult –zum letzten Mal in Ergoldsbach als Landrat. Mit einem Augenzwinkern kündigte er an, vielleicht ein Buch über seine politischen Erfahrungen zu schreiben – „ähnlich Ludwig Thoma“ – und dieses bei einer Lesung in Ergoldsbach vorzustellen.

Dreier würdigte die Zusammenarbeit mit Ludwig Robold und lobte dessen Verdienste für die Marktgemeinde. Auch das überregional bekannte neue Heimatmuseum sei ein Vorzeigeprojekt – unter anderem möglich geworden durch das starke ehrenamtliche Engagement des örtlichen Vereins „Goldbach Museum e.V.“.

Es sei für ihn Zeit, „das Zepter zu übergeben“, so Dreier. Mit Blick auf die Kandidatur von Heike Berger betonte er, Verantwortung zu übernehmen bedeute auch, Freude an der Aufgabe zu haben und parteiübergreifend zusammenzuarbeiten. Heike Berger bringe beste Voraussetzungen mit, arbeite mit einem Team „wie aus einem Guss“ und verfüge über das richtige Gespür für die Bürger – „den Souverän“.

Dreier dankte allen, die sich kommunalpolitisch engagieren. Demokratie sei ein großes Geschenk, das es zu bewahren gelte. Mehrheitliche Entscheidungen müssten akzeptiert werden. Demokratie bedeute jedoch mehr als Mehrheitsbeschlüsse – sie umfasse Freiheit, Gewaltenteilung, Menschenrechte, Meinungsfreiheit und unabhängige Gerichte.

Zu den weiteren Herausforderungen zählte Dreier die Pflege – in Seniorenheimen wie zuhause –, Unterstützung bei Demenzerkrankungen sowie die Arbeit von Wohnraum- und Behindertenbeauftragten. Auch wirtschaftlich sei die Lage angespannt: Zölle, Handelskonflikte sowie Entscheidungen von Bund und EU wirkten sich aus. Dennoch gebe es positive Entwicklungen, etwa neue Betriebsansiedlungen wie das Logistikunternehmen Trans MF mit über 70 LKWs.

Der Neubau des Landratsamtes sei weiterhin richtig. Durch die Zusammenführung von Außenstellen würden Kommunikationswege verkürzt und Mietkosten eingespart, die über LAKUBAU zur Tilgung verwendet würden – ohne finanzielle Nachteile.

Ein weiteres Zukunftsprojekt sei der Medizincampus Niederbayern unter Federführung der Universität Regensburg in Kooperation mit den Kliniken in Landshut, Straubing und Passau sowie der Hochschule Landshut. Ziel sei eine ortsnahe medizinische Ausbildung. Auch der Beitritt zum MVV bringe eine bessere und günstigere Anbindung an den Wirtschaftsraum München.

Abschließend warb Dreier für Landratskandidat Alfred Holzner und Bürgermeisterkandidatin Heike Berger mit ihrem Team.


Persönlicher Dank und Vorstellung der Kandidaten

Zum Ende der Veranstaltung überreichte Heike Berger ein persönliches Geschenk an Peter Dreier und seine Frau Petra Dreier: zwei gravierte Tassen mit den Aufschriften „Zeit für Mich“ und „Zeit für Dich“ – ein symbolischer Dank für viele Jahre im Dienst der Öffentlichkeit.

Im Anschluss stellten sich die Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten der Freien Wähler Ergoldsbach sowie mehrere Kreistagskandidaten der Freien Wähler und der Jungen Wähler kurz vor. Bei Mittagessen und angeregten Gesprächen klang der politische Frühschoppen aus – mit viel Applaus für die scheidenden Amtsträger und spürbarem Aufbruchswillen für die kommende Wahl.


Beschreibung

Die FREIEN WÄHLER Ergoldsbach sind seit Jahrzehnten eine wichtige Kraft in der politischen Mitte. Wir setzen auf eine Politik mit Bürgernähe und ohne Parteiideologie. Wir arbeiten unabhängig, bürgernah und sachbezogen.