Klangzauber in St. Margaretha: Streicher begeistern mit „Schönes Wien“
Heroldsberg. Ein Hauch von Wiener Kaffeehausatmosphäre wehte am Sonntag nach Muttertag durch die vollbesetzteKirche St. Margaretha. Unter dem Motto „Schönes Wien“ luden die zwei Streichorchester des Vier-Schlösser-Orchesterszu einem Konzert ein. Zahlreiche Bläser des Generationenübergreifenden VSO Heroldsberg bereicherten das Spiel.
Dass hier Musikbegeisterte unter der Leitung von Celine Wilke ihr in den letzten Wochen erarbeitetes Repertoire darbieten, wurde an diesem Abend deutlich.
Den ersten Teil gestaltete das Orchester „Die Schlossstreicher“.
Mit Johann Schrammels Marsch „Wien bleibt Wien“ eröffneten sie schwungvoll das Konzert. Anschließend schlug das Ensemble leisere Töne an. Mit dem feierlichen „Choral“ von Joseph Haydn und Christoph Willibald Glucks getragener Melodie aus „Orpheus und Eurydike“ bewiesen die Musiker ein feines Gespür für Dynamik. Nach Franz Schuberts romantischer Zwischenaktmusik zu „Rosamunde“ verabschiedeten sich „Die Schlossstreicher“ mit Ludwig van Beethovens „La Marmotte“ unter großem Applaus.
Danach übernahmen „Die Heroldsberger Landstreicher“ die Bühne. Sie starteten tiefsinnig mit einer instrumentalen Interpretation dreier berühmter Kunstlieder von Franz Schubert: „Der Jäger“, „Gefrorene Tränen“ und das weltbekannte „Ständchen“. Mit dem feurigen „1. Ungarischen Tanz“ von Johannes Brahms brachte das Orchester sogleich wieder Tempo in das Kirchenhaus, gefolgt von einem eleganten Menuett aus Joseph Haydns Sinfonie Nr. 104. Einen melancholisch-emotionalen Höhepunkt setzte das Ensemble mit Jean Sibelius’ „Valse triste“.
Der krönende Abschluss stand ganz im Zeichen der Wiener Tradition. Bei der scherzhaften „Pizzicato-Polka“ von Johann und Josef Strauss tauschten die Musiker die Bögen gegen das Zupfen der Saiten. Als schließlich die weltberühmten Klänge von „An der schönen blauen Donau“ ertönten, führte Celine Wilke beide Orchester und die Bläsergruppe zu einem gemeinsamen, fulminanten Finale. Ein Paar tanzte spontan einen Walzer, während das Publikum sich im Takt wiegte.
Mit langanhaltendem Applaus bedankte sich die Zuhörerschaft für diesen fröhlich gestimmten und abwechslungsreichen Konzertabend.
