Das Stadtarchiv Donauwörth lädt zusammen mit der VHS dazu ein, sich mit der Lebenswelt der deutschen Sinti und Roma auseinanderzusetzen. Die von der Heimatpflege des Bezirks Schwaben konzipierte Wanderausstellung mit dem Titel „Schwäbische Sinti und Roma in Vergangenheit und Gegenwart“ wurde vom Stadtarchiv Donauwörth noch durch spannende Informationen aus der Donauwörther Stadthistorie ergänzt und bringt interessierten Besucherinnen und Besuchern die Geschichte der national anerkannten Minderheit näher: Sie handelt von Selbstbestimmung, Integration und Zuhause.
Die Ausstellung gewährt interessante Einblicke in die Kultur und Geschichte deutscher Sinti und Roma. In Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Deutscher Sinti und Roma Schwaben e.V. zeigt das Stadtarchiv in Kooperation mit der Heimatpflege des Bezirks Schwaben zudem dunkle Kapitel der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und dem damit einhergehenden Völkermord an der Bevölkerungsgruppe.
Die Wanderausstellung mit dem Namen „Schwäbische Sinti und Roma in Vergangenheit und Gegenwart“ – „Schwäbdigi Sinti & Roma ano puro Ziro uno newo Ziro“ beginnt zeithistorisch im 15. Jahrhundert. Insbesondere von den Sinti gibt es aus diesem Zeitraum erste Belege.
Während der Frühen Neuzeit schlug das Miteinander in eine über Jahrhunderte hinweg andauernde Verfolgung und Diskriminierung um. Ein Beispiel für die weitreichende Stigmatisierung sind etwa spezielle „Warntafeln“, die sich explizit gegen Sinti und Roma richteten. Anfang des 20. Jahrhunderts verstärkte sich ein tiefsitzender Antiziganismus, der schließlich in die systematische Vernichtung in der NS-Zeit mündete. Sinti und Roma sind bis heute diskriminierenden Strukturen, etwa im Wohnungs- und Arbeitsmarkt, bis hin zu rechtsextremen Bedrohungen ausgesetzt.
Geöffnet zu den üblichen Zeiten der vhs.
Foto: private Sammlung, Marcella Reinhardt
