Vortrag: Elmar Grimbs: Der Steinkart – Vortrag zu seiner Natur- und Kulturgeschichte
Der Steinkart ist ein geologisch und historisch interessantes Waldgebiet zwischen
Ortenburg und Bad Griesbach. Seine Hochfläche von bis zu 520 m ü.d.M. ist ein Rest der Landoberfläche zum Ende der Tertiärzeit. Damals hatte sich stellenweise eine bis zu 4m dicke, sehr harte Schicht von Quarzitkonglomerat gebildet. An ihren Rändern schuf die folgende Eiszeit zum Teil sehr tiefe Erosionstäler. Durch das zusätzliche Einwirken des Menschen entstand dann die heutige Oberflächengestalt. Auf den Hochflächen mit ihrem steinige Untergrund ließ er den Wald bestehen und baute von der Keltenzeit bis ins hohe Mittelalter an den Rändern in tiefen Schächten Eisenerz ab. Schon zu vorgeschichtlicher Zeit war hier der Mensch, nachgewiesen z. B. am “Hohlen Stein“ oder am “Teufelsfelsen“. Grundbesitzer des ursprünglich königlichen Waldgebietes war bis zur Säkularisation das typische Rodungskloster St. Salvator. Seit alter Zeit führen Straßen über den Höhenrücken zum Durchtransport des Salzes nach Böhmen
oder dem Abtransport des aus dem örtlichen Erzvorkommen gewonnenen Eisens. Um die Jagdrechte wurde gestritten zwischen dem Herzog und den Grafen von Ortenburg. Die Wehrmacht baute einen Sendeturm für den Funkverkehr des Flughafens Waldstatt. Und heute dient das größtenteils mit Staatswald bedeckte Gebiet der Holzgewinnung, der Erholung der Kurgäste aber auch den Mountainbikern für ihre waghalsigen Rennen.
Dieser Vortrag steht im Zusammenhang mit der Steinkart – Wanderung am Samstag, den 9. Mai, und dem Vortrag „Sagen und Mythen“ von Sagenforscher Jakob Wünsch am 30. April.
