Dürreperioden oder Starkregenereignisse verändern die Pflanzenzusammensetzung des Thüringer Rhön-Grünlands. Besonders auf extensiv genutzten Mäh- oder Weidegrünland kann es zu einer ernstzunehmenden Ausbreitung von giftigen Pflanzen kommen. In den letzten Jahren konnte ein verstärktes Auftreten der hochgiftigen einheimischen Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) beobachtet werden. Eine späte naturschutzorientierte Nutzung Ende Mai bis Mitte Juni kommt dem Wachstumsverlauf dieser Pflanze sogar entgegen.
Für Landwirtinnen und Landwirte bedeutet dies eine Einschränkung der bisherigen Nutzungsweise, da die Gefahr einer Futterverunreinigung bei der Heuernte entsteht. Das enthaltene Gift Colchizin zählt zu den hochtoxischen Substanzen und befindet sich in allen Pflanzenteilen. Auch durch gängige Konservierungsmethoden lässt sich die Giftigkeit nicht reduzieren. Denn die mehrjährige Pflanze bildet früh im Jahr ein im Boden befindliches Speicherorgan (Zwiebel), welches eine Tochterzwiebel bildet und sich anschließend in die Sommerruhe begibt. Darüber hinaus kann die Pflanze bei späten Schnittterminen im Juni aussamen. Hat sich die Herbstzeitlose erst einmal auf Grünlandflächen verbreitet und eine sorgfältige Auslese per Hand erweist sich als zu aufwendig, muss diese heimische Giftpflanze bekämpft werden.
Das von der Thüringer Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön veranstaltete Fachseminar gibt Teilnehmenden Einblicke über den Lebenszyklus der Herbstzeitlosen. Ebenso werden förderrechtliche Aspekte sowie Hinweise zu bewährten Handlungsstrategien zur gezielten Bekämpfung vorgestellt. Ab 12 Uhr wird ein Exkursionsteil zu einer praktischen Bewirtschaftungsfläche angeboten. Ende der Veranstaltung ist 13 Uhr.
Kooperationspartner des Fachseminars ist der Landschaftspflegeverband Thüringer Rhön e. V..
Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich über die E-Mail Adresse, poststelle.rhoen@nnl.thueringen.de.
Ablaufplan:
ab 09.30 Uhr - Einlass im Bürgerhaus Kaltennordheim
10.00 Uhr - Begrüßung
Ulrike Schade (Dienststellenleiterin Thüringer Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön)
Julia Gombert (Geschäftsführerin Landschaftspflegeverband Thüringer Rhön e.V.)
10.15 Uhr - Fachvorträge
Biologie der Herbstzeitlosen und Positionen des Fördermittel- und Futterrechts
Dr. Tina Baumgärtel, Referat 31 - Pflanzenbau und Ökologischer Landbau, (Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR))
Bewährte Handlungsstrategien zur Bekämpfung der Herbstzeitlose in der Bayerischen Rhön
Julian Megner, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt a.d. Saale (AELF Bayern)
12.00 Uhr - Praxisfahrt
Bewirtschaftungsbeispiel im Thüringer Rhön-Grünland
Nadine und Christian Weider (Biohof Weider)
13.00 Uhr - Ende der Veranstaltung
Ansprechpartnerin in der Thüringer Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön:
Sophie Walch, Tel. 0361 57 392 3333, sophie.walch(at)nnl.thueringen.de
